Marlies Mohr

Kommentar

Marlies Mohr

,,Handeln Sie endlich“

Vorarlberg / 18.03.2014 • 20:24 Uhr

Unverständlich? Beschämend? Skandalös? Langsam fehlen einem die Worte, um zu erklären, was sich in dieser Sache tut oder eben nicht tut. Im Grunde genommen spottet es jeder Beschreibung, wie die Stadt Dornbirn mit den Hinterbliebenen, vor allem aber dem minderjährigen Buben umspringt und sich dazu noch von einer Versicherung gängeln lässt. Die Prämien, die öffentliche Einrichtungen zahlen, sind wohl hoch genug, um fraglos das längst fällige Machtwort sprechen zu dürfen.

Oder sollen die Eltern der toten Frau den Rest eines ohnehin schon durch Verlust und Trauer gepeinigten Daseins wirklich um die ihrem Enkel zustehende Gerechtigkeit kämpfen müssen? Wenn Zermürbung zur willkürlichen Taktik gehört, dann gute Nacht.

Man könnte natürlich an die Mutter in Andrea Kaufmann appellieren. Doch in diesem Fall muss keiner zu Kreuze kriechen oder gar zum Bittsteller werden. Die Causa ging durch zwei juristische Instanzen. Beide haben das Vorliegen eines Behandlungsfehlers ohne Abstriche bestätigt. Deshalb gilt jetzt nur eines: „Handeln Sie endlich, Frau Bürgermeisterin!“ Und zwar im Sinne eines Kindes, dessen Leben erst beginnt. Alles andere ist inakzeptabel.

marlies.mohr@vorarlbergernachrichten.at