Luftige Träume eingebremst

Wahl-Dornbirner will Motorrad das Fliegen beibringen. Wenigstens einmal.
leutkirch. (VN-tm) Gut, er ist einen Schritt weiter. Dabei wären ihm ein paar Flugkilometer schon lieber gewesen. Am Mittwoch wollte der Wahl-Dornbirner Rainer Farrag (60) mit seinem fliegenden Motorrad am Verkehrslandeplatz Leutkirch-Unterzeil in die Luft gehen. Der Pilot saß bereit. Aber dann „gab es Probleme mit den Bremsen“. Und die Serienreife für das Mobilitätsproblem der Zukunft rückte wieder ein Stück in die Ferne.
Angebot für VW & Co
Es hätte ja echt Phantasie; wenn das Schule macht, kann James Bond einpacken. Zwar hat ihm „Q“, der legendäre Leiter der Entwicklungsabteilung im Dienste ihrer Majestät, schon einmal ein Fahrzeug verpasst, das sich per Knopfdruck in die Luft erhebt. Aber eben nur einmal. Rainer Farrag steht der Sinn nach Massenproduktion. Er will seine Idee der Automobilindustrie anbieten. „Patente für USA, Europa und Australien haben wir schon.“ Deshalb lud er die Presse am Mittwoch nach Leutkirch ein. Sein „TrixCycle“ sollte der Alltagstauglichkeit ein mächtiges Stück näherkommen.
Rainer Farrag kam in Ägypten zur Welt und unterhält seine Trixy Aviation Products GmbH in Dornbirn. 2011 hat er das Unternehmen gegründet mit dem Ziel, ein Motorrad zum Fliegen zu bringen. Die VN berichteten. Auf der Aero Friedrichshafen 2013 wurde der Luftfahrtingenieur, der seit 29 Jahren in Vorarlberg lebt, bereits herumgereicht wie eine Wundertüte. Schließlich hatte er in nicht weniger als 14 Monaten sein Meisterstück in die Luft gebracht: Inzwischen versehen weltweit 68 seiner eigenwilligen „Gyrocopter“ ihren Dienst. Um 45.500 Euro ist die Mischung aus Helikopter und Flugzeug zu haben. Ein genialer Wurf und doch die halbe Miete. Farrags Mobilitätsversion geht viel weiter.
Klitzekleine Privathubschrauber sind ja herzallerliebst, aber in Wahrheit wenig praktikabel. Sie dürfen nur auf Flugplätzen oder registrierten Hubschrauberlandeplätzen starten und landen. Das Auto oder Motorrad aber, das bei Bedarf Tragflächen entfaltet, gibt’s wirklich nur in Cinemascope.
Farrag beschreitet deshalb einen anderen Weg. Er hat in seiner slowenischen Tochterfirma ein Elektromotorrad gebaut und erprobt. „TrixCycle“ wiegt nur 100 Kilo und erreicht eine maximale Geschwindigkeit von 80 km/h. So richtig was für den Stadtverkehr. Wenn der Fahrer aber Lust verspürt, als Pilot in die Luft zu gehen, dann fährt er zum nächsten Flugplatz und schnallt seinem Zweirad ein „Flugmodul“ um. Das wird mit Sprit betrieben. 80 Liter Treibstoff lassen es bei 75 km/h abheben. Entweder mit dem Rotor eines Hubschraubers oder über die Tragflächen eines Flugzeugs. Sogar ein „Bootsmodul“ hat Farrag im Sinn. Eigentlich hat er damit eine Fahrerkabine auf Räder gestellt, die sich im Handumdrehen nach Belieben umrüsten lässt. Kaum schaltet die Bordelektronik von Straßen- auf Flugbetrieb um, geht es weiter.
So weit die Theorie. Farrag möchte den Traum vom Fliegen für jeden erschwinglich machen. Er hat sein jüngstes Baby „Trixformer“ getauft, weil es so wandelbar ist. Oder sein wird. Denn in Leutkirch erhob sich sein Baby nicht in die Luft. „Es war uns zu gefährlich.“ Warum? „Die Bremsen waren zu weich.“ Trixy rollte auch dann noch, als der Pilot das gar nicht brauchen konnte. Ziemlich geknickt brach Farrag den Versuch ab. Aber fliegen wird Trixy. Das sagt er ganz bestimmt. James Bond darf sich schon mal fürchten. Ein bisschen wenigstens.
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Name Nachname

Technische Daten (TrixCycle)
» Länge x Breite x Höhe (cm):
240 x 70 x 162
» Leergewicht (kg): 105
» Nutzlast (kg): 200
» Anzahl der Sitze: 2 Tandem
» Motorenleistung (kW): 10
» Max. Geschwindigkeit (km/h): 80
» Reichweite (km): 100
» Anzahl Batterie Ladungen:
1500–3000