Alle Christen feiern 2014 Ostern am selben Tag

Der gemeinsame Ostertermin kommt im 21. Jahrhundert nur 31 Mal zustande.
Schwarzach. Längst nicht nur Schokoladehasen und Ostereier werden auf diesen Sonntag hin kunstvoll verziert. Meister Lampe hoppelt ja, wenn man der ältesten Erzählung Glauben schenkt, erst schlappe 350 Jahre übers Land. Als der Naumburger Mediziner und Botaniker Georg Franck von Franckenau 1682 den Osterhasen erstmals erwähnt, tut er das in der lateinischen Abhandlung „De ovis paschalibus – von Oster-Eyern“. Das lateinische Wort „paschalibus“ legt die Fährte zum eigentlichen Anlass. Zum Paschafest, das dem christlichen Osterfest zugrunde liegt.
Befreite Sklaven
„Pascha“ oder hebräisch Pessach zählt zu den wichtigsten Festen des Judentums. An diesem Tag erinnert sich das Volk Israel daran, dass es aus der ägyptischen Knechtschaft befreit wurde. Die Überlieferung berichtet von einem langen Ringen zwischen Mose und dem Pharao, an dessen Ende Gott sein Volk in die Freiheit führt. Eben an diesem Pessachfest um das Jahr 30 herum wird in Jerusalem Jesus von Nazaret verurteilt und gekreuzigt. Doch Tage später ist das Grab leer. Seine Anhänger suchen den Leichnam ihres Meisters vergebens.
Wenig später macht der Bericht vom Auferstandenen die Runde. In einer schier unglaublich kurzen Zeit verbreitet sich die Anhängerschaft des Mannes aus Galiläa in der ganzen damals bekannten Welt. Heute zählt das Christentum weltweit 2,3 Milliarden Menschen.
Sie alle feiern Ostern für gewöhnlich nicht am selben Termin. Auf dem Konzil von Nicäa im Jahre 325 wurde das Datum des Osterfestes auf den ersten Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond festgelegt. Doch seit dem 16. Jahrhundert folgen östliche und westliche Kirchen unterschiedlichen Kalendern: die orthodoxen, orientalisch-orthodoxen und byzantinisch-unierten Kirchen richten sich nach dem auf Julius Caesar zurückgehenden Julianischen Kalender, katholische und evangelische Kirche folgen dem 1582 von Papst Gregor XIII. reformierten Gregorianischen Kalender. Die Ostertermine können deshalb bis zu fünf Wochen auseinanderfallen. Gemeinsame Ostern gab und gibt es in den rund 1500 Jahren zwischen 1583 und dem Jahr 3000 genau 271 Mal – davon im 20. Jahrhundert 26 Mal, im 21. Jahrhundert 31 Mal. Heuer ist es so weit: Alle Christen weltweit feiern das Osterfest am 20. April.
Und in allen christlichen Kirchen spielt das Licht einer Kerze dabei eine zentrale Rolle. Die Ostkirchen verwenden ein sogenanntes Trikirion, drei Kerzen aus ungebleichtem Wachs, die mit einem Stoffband überkreuzt zusammengebunden werden. Dieses Trikirion wird ausschließlich in der Osternacht verwendet. Das Osterlicht wird im Altarraum durch eine Ölkerze bis zum nächsten Osterfest erhalten. In der Westkirche wird in der Osternacht eine reich verzierte Osterkerze am Osterfeuer entzündet. Dieser Brauch ist sehr alt. Die ältesten schriftlichen Zeugnisse stammen aus dem vierten Jahrhundert. Die Osterkerze knüpft an eine heidnische Tradition an. In der Antike wurde das Opfer für eine Gottheit von einem Hymnus begleitet, der die Gottheit rühmte. Das reine Bienenwachs der Osterkerze steht für Christi menschliche, ihre Flamme brennt als Zeichen seiner göttlichen Natur.
