Zäher Kampf gegen Bakterien

Fachleute diskutierten Maßnahmen zur Vermeidung von Infektionsausbrüchen.
Feldkirch. Rund 2500 Spitalspatienten sterben in Österreich jedes Jahr an Infekten. Der Großteil fällt zwar Keimen zum Opfer, die sie selbst entwickeln oder in sich tragen. „Bei einem Drittel der Betroffenen spielt allerdings tatsächlich die Hygiene eine Rolle“, sagt Hans Hirschmann, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Hygiene Vorarlberg und Mitarbeiter der Abteilung Krankenhaushygiene und Infektionsvorsorge im LKH Feldkirch. Dort fand gestern auch der 8. Vorarlberger Hygienetag statt. Es ging um das Problem der Resistenz von Bakterien gegen Antibiotika. Wie dringlich es ist, zeigte die Teilnehmerzahl von 120 Personen, die aus allen Bereichen des Gesundheitswesens kamen.
Gefürchtete Szenarien
Keime, denen nicht einmal mehr das stärkste Antibiotikum beikommt, stellen die Mediziner vor große Herausforderungen. „Es gibt immer mehr Infekte, und immer mehr Bakterien erweisen sich als resistent gegen Medikamente“, weiß Hans Hirschmann. Ausbrüche können überall vorkommen: in Pflege- und Gesundheitseinrichtungen, im privaten Bereich, wo kranke Menschen von ambulanten Diensten betreut werden, aber auch in Rettungsfahrzeugen. Um solche gefürchteten Szenarien zu vermeiden, braucht es entsprechende Vorkehrungen. „Dazu zählen beispielsweise die richtige Therapie, das richtige Antibiotikum, die passende Desinfektion und, wenn nötig, muss der Patient isoliert werden“, erklärt Hirschmann.
Trotz klarer Vorgaben ortet der Hygieneexperte bei diesem Thema jedoch immer noch, seiner Ansicht nach aber unbegründete Ängste. „Bei Einhaltung der Regeln sind Infektionen in den Griff zu bekommen“, betont er. Dies zu vermitteln war ein Ziel des Hygienetags, der seit 2004 einmal jährlich abgehalten wird. Die ausrichtende ARGE existiert seit 1999, die etwa 30 Mitglieder treffen sich 5 bis 6 Mal im Jahr zum Erfahrungsaustausch.
Mehr Hygienepersonal
Der vom Bundesrechnungshof vor einigen Monaten erhobenen Kritik, wonach die Spitäler über zu wenig Hygienepersonal verfügen, hält Hans Hirschmann entgegen, dass es mit dem Personalstand in den Landeskrankenhäusern zumindest recht gut aussieht. Dennoch werden 2015 weitere Dienstposten beantragt. Als Grund gibt er die gestiegenen Aufgaben an. Derzeit werden die fünf Landeskrankenhäuser von zwei Ärzten und 7 Hygienefachkräften unterstützt. Auch das Krankenhaus Dornbirn hat nach der Rechnungshofkritik die Aufstockung des Hygienepersonals angekündigt.