Kex und Lax
Wenn sich um des Werbeeffekts willen Keks in Kex verwandelt und Lachs in Lax, ist das dann gut? Oder schwillt Lehrern zu Recht der Kamm, weil sie von sprachlichen Wildwüchsen überrollt werden? Sprache ist ein Prozess, gewiss. Niemals zu Ende gedacht. Aber schon die ganz alltägliche Praxis, in Firmennamen Groß- und Kleinschreibung wie ein wildgewordenes Ferkel durcheinanderzuwürfeln, nährt die Zweifel. Hat da ein dienstmüder Grafiker den Wörtern Gewalt angetan, weil das schneller geht?
In einer Welt voller einfacher Sachverhalte mag das angehen. Aber wir sind schon froh, wenn wir uns an der Oberfläche des Informationsozeans halten und nicht in die Tiefe gehen müssen. Das gebiert Missverständnisse in Fülle. Da ziehen dann schon mal Protestanten durch die Innenstadt, Fahnen schwenkend und Parolen brüllend. Eine andere Zeitung macht aus Protestanten Evangelisten. Weil sie doch der evangelischen Kirche angehören. Oder wie?
Da möchte man die Werbestrategen flehentlich bitten, doch wenigstens die simplen Wörter korrekt zu belassen und schreibt ihnen mit Ernst Jandl mahnend ins Stammbuch: „Manche meinen/lechts und rinks/kann man nicht velwechsern/werch ein illtum.“
thomas.matt@vorarlbergernachrichten.at, 05572/501-724
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