Im Zug und doch allein
Es ist ja nicht so, dass sie nicht kommunizieren würden. Im Frühzug nach Feldkirch, der von Schülern und Angestellten überquillt, bleibt kaum einer untätig. Alle starren sie auf die kleine Fläche von etwa zehn mal sechs Zentimetern, die sie in ihrer Hand halten. Sie schauen, lesen und tippen. Rasend schnell sausen die Finger über offensichtliche Tastaturen.
Nein, niemand kann sagen, dass den Menschen die Lust am Austausch verloren ging. Und doch bleiben sie wortlos. In sich gekehrt. Beträte einer das Abteil, der noch nichts wüsste von Handys und digitaler Welt, er sähe Menschen, die in sich hinein- kichern oder die Stirn runzeln. Und schweigen. Wären da nicht die paar Alten und eine Handvoll Kinder, die vom Leben mehr erwarten, als ein Display bieten kann – es wären das gespenstische Fahrten durch die Morgendämmerung.
Früher kam man miteinander ins Gespräch. Einfach so und höchst analog. Heute bräuchte man die Handynummer seines Gegenübers. Dann könnte man ihm eine SMS schicken.
thomas@matt.vol.at,
05572/501-0
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