Große Enttäuschung bei Mehrerau-Mitarbeitern

Vorarlberg / 15.10.2014 • 20:21 Uhr
Bald wird der Blick auf das Sanatorium ein anderer sein.  Foto: Stiplovsek
Bald wird der Blick auf das Sanatorium ein anderer sein. Foto: Stiplovsek

Abt und KHBG-Direktor entschuldigten sich persönlich für die späte Information.

bregenz. Die Enttäuschung saß tief. Aus den Medien erfahren zu müssen, dass das Sanatorium Mehrerau bald nicht mehr in seiner derzeitigen Form weitergeführt wird, ließ bei der Belegschaft die Wogen hochgehen. Da kamen auch die persönlichen Entschuldigungen von Abt Anselm van der Linde und KHBG-Geschäftsführer Gerald Fleisch nur zögerlich an. Beide betonten, es sei die einzige Möglichkeit, das Sanatorium zu erhalten. Schließlich war es Betriebsrätin Dr. Sybille Homburg, die die Kollegenschaft bei einer gestern Nachmittag organisierten Informationsveranstaltung aufrief, die Sache in aller Ruhe zu Ende zu bringen.

Der KHBG-Chef wiederum sicherte eine weitere Zusammenkunft in zwei Monaten zu. Ebenso werde es keine Freistellungen oder Kündigungen ohne Abfertigungsansprüche geben. Sollten Sanatoriums-Mitarbeiter in ein Landeskrankenhaus wechseln, erhalten sie auch alle Vordienstzeiten angerechnet.

Platz in den Spitälern

Wie berichtet, wird im Sanatorium Mehrerau eine von der Caritas geführte Hospizstation mit zehn Betten installiert. Die Verwendung der übrigen Räumlichkeiten ist noch Gegenstand von Überlegungen. Gerald Fleisch sprach von Übergangspflegebetten oder Ordinationsräumlichkeiten. Nachsorgebetten könnten in die Spitäler verlegt werden. Dort sei noch Platz, etwa auf der Internen des LKH Bregenz, wo die Auslastung derzeit nur 50 bis 55 Prozent betrage.

Die Umstrukturierungsmaßnahmen sollen ohne Zeitdruck vonstatten gehen. Der OP-Betrieb wird jedoch sukzessive bis Anfang 2015 heruntergefahren. Befürchtungen, wonach die Patienten dann wieder bei kleinen orthopädischen Eingriffen lange Wartezeiten in Kauf nehmen müssten, parierte Fleisch mit dem Hinweis auf genügend Kapazitäten in anderen Spitälern. Nicht gut angekommen ist außerdem, dass trotz Änderungsplänen immer noch Personal eingestellt wurde. Die Vertreter des LKH Bregenz rechtfertigten sich: Auch sie hätten lange nichts Konkretes gewusst. Das Hospiz soll Anfang 2016 in Betrieb gehen.  

Nachsorgebetten könnten in die Spitäler verlegt werden.

Gerald Fleisch