Herzpatienten auf Warteliste

Befristeter Kooperationsvertrag mit Klinikum Friedrichshafen als Sofortmaßnahme.
Feldkirch. Verschärfte Behandlungsrichtlinien für Herzpatienten und daraus resultierend ein Patientenstau im Herzkatheterlabor haben die Krankenhausbetriebsgesellschaft (KHBG) zum Handeln gezwungen. Insgesamt 40 Personen, die auf der Warteliste des Herzkatheterlabors im LKH Feldkirch stehen, erhalten nun die Möglichkeit, die medizinische Abklärung bzw. eine notwendige Behandlung im Klinikum Friedrichshafen durchführen zu lassen. Dazu wurde ein befristeter Kooperationsvertrag abgeschlossen, wie die KHBG auf VN-Nachfrage bestätigte.
Monatlich 130 Eingriffe
Die betroffenen Patienten haben die entsprechenden Informationen bereits erhalten. Über die Kosten wurde Stillschweigen vereinbart. Sicher ist jedoch, dass die Transfers einen finanziellen Mehraufwand verursachen. Die KHBG hat bei mehreren Spitälern Angebote eingeholt. Für das Klinikum Friedrichshafen sprach laut KHBG-Geschäftsführer Gerald Fleisch nicht nur die Fachlichkeit, sondern auch die Nähe.
Am Institut für Interventionelle Kardiologie, dem Primar Werner Benzer vorsteht, werden pro Monat rund 130 Herzkathetereingriffe vorgenommen. Zum einen sind es akute Notfälle, also Herzinfarkte, für die das Herzkatheterlabor rund um die Uhr zur Verfügung steht, zum anderen planbare Eingriffe. Dabei handelt es sich um Patienten, die der niedergelassene Facharzt überweist, weil Herzbeschwerden oder andere Auffälligkeiten eine Abklärung mittels Herzkatheter erfordern. Diese Eingriffe waren bislang als nicht dringlich eingestuft. Das hat sich inzwischen geändert. Anfang des Jahres wurden neue international gültige Richtlinien zur Behandlung von Patienten mit drohendem Herzinfarkt veröffentlicht.
Ihnen zufolge muss nun ein Teil der Patienten, die vorher langfristig und planbar behandelt werden konnten, schneller als bisher auf den Behandlungstisch, „und zwar möglichst innerhalb von 48 Stunden nach Auftreten der Symptomatik“, präzisiert Gerald Fleisch. Vorrangig geht es um Personen mit Durchblutungsstörungen am Herzmuskel. Sie haben noch keinen voll ausgebildeten Herzinfarkt, sind aber in diese Richtung gefährdet. Das führte offenbar zu einer erheblichen Zunahme an dringlichen Fällen, als Folge davon stieg die Wartezeit bei den planbaren Eingriffen.
Taxidienst für Patienten
Zwar wird in der Abteilung selbst auch bereits an einer Verbesserung der Strukturen und Abläufe gearbeitet, um den neuen Vorgaben gerecht werden zu können. Bis diese Maßnahmen greifen, soll das Klinikum Friedrichshafen mit Herzkatheteruntersuchungen und –behandlungen aushelfen. Ein Taxidienst übernimmt den Hin- und Rücktransport der Patienten. „Über das Bodensee-Netzwerk konnte eine gute und verantwortungsvolle Lösung gefunden werden“, befindet der KHBG-Direktor. Richtlinien einzuhalten gehöre eben zur Sorgfaltspflicht für Ärzte und Organisationen.
Was die Zukunft der Kardiologie und Internen im Landeskrankenhaus Feldkirch selbst angeht, wird derzeit gemeinsam mit den Abteilungsleitern an einer neuen Struktur gefeilt. So ist unter anderem geplant, die Interventionelle Kardiologie aufzuwerten und zukünftig als bettenführende Abteilung zu organisieren. Das bringe Vorteile für Patienten und die klinischen Abläufe.
Wir haben eine verantwortungsvolle Lösung gefunden.
Gerald Fleisch