60-Millionen-Euro-Investition in Vorarlbergs Spitalszukunft

Zubau beim LKH Feldkirch wird bislang teuerstes Hochbauprojekt. Start im März 2015.
Feldkirch. Das mit knapp 57 Millionen Euro bislang teuerste Hochbauprojekt des Landes nimmt Fahrt auf. Nach fast zehnjähriger Planung kann im März 2015 mit den Arbeiten zum Bau der OP-Spange Süd beim Landeskrankenhaus Feldkirch begonnen werden. Sowohl baurechtlich wie spitalsrechtlich ist das Vorhaben abgesegnet. „Die Bewilligungen liegen seit Kurzem vor“, bestätigte der Direktor der Krankenhausbetriebsgesellschaft (KHBG), Gerald Fleisch, auf VN-Nachfrage. Neu errichtet werden unter anderem zwölf OP-Säle, eine Intensivüberwachung sowie ein Speisesaal mit 350 Sitzplätzen.
Signal für Standort
Die Genehmigung des Projekts sieht Fleisch als wichtiges Signal für den Standort Feldkirch und das Gesundheitswesen im Land insgesamt. Der Ausbau der OP-Kapazitäten im LKH Feldkirch bedeutet laut KHBG-Direktor zwar keine Auflassung von OP-Einheiten in den anderen Spitälern. „Es wird aber sicher zu Spezialisierungen kommen, und schwere Eingriffe werden künftig verstärkt nach Feldkirch verlegt“, sagt Gerald Fleisch.
Das LKH Feldkirch
als Schwerpunktkrankenhaus vereint auf 84.400 Quadratmetern 23 medizinische Fachabteilungen. Die Ausweitung des Leistungsangebots führte das Haus immer wieder an räumliche Grenzen, die durch Zubauten bzw. Adaptionen teilweise beseitigt werden konnten. Ein Gesamtkonzept fehlte jedoch. Vor zehn Jahren wurde schließlich mit der Masterplanung begonnen. „Hauptziel ist die Zusammenfassung sämtlicher Ambulanzen auf der Eingangsebene mit einfacher, klarer und übersichtlicher Wegeführung“, erläutert Fleisch. Um das zu erreichen, werden die drei getrennten und zudem noch sanierungsbedürftigen OP-Bereiche in einer zentralen OP-Spange vereint. „Das ergibt kürzere Wege und ermöglicht einen effizienteren Personaleinsatz“, sagt Fleisch mit Hinweis auf die neue Arbeitszeitregelung, die er, wie berichtet, bis 2016 umgesetzt haben möchte. Dass es mehr Platz gibt, sieht er überdies als wichtiges Kriterium für die Mitarbeiterzufriedenheit. Auch, was die notwendige Personalrekrutierung anlangt, könne die bauliche Weiterentwicklung nur von Vorteil sein, meint Fleisch.
Elf Bauetappen
In den vergangenen Jahren wurden die Landeskrankenhäuser in Bregenz, Bludenz und Hohenems generalsaniert bzw. auf den neuesten Stand gebracht. Rund 30 Millionen Euro werden jährlich in Baumaßnahmen an den Spitälern investiert. So habe ein Investitionsstau vermieden werden können. Nichtsdestoweniger stößt die Umsetzung des Masterplans in eine neue finanzielle Dimension vor. Das Gesamtprojekt selbst soll in elf Bauetappen realisiert werden. Der Terminrahmen sieht dafür etwa zwölf Jahre vor. Als erstes Teilprojekt geht die OP-Spange Süd mit Intensivüberwachung an den Start. Dafür ist vorgesehen, im Süden des LKH, und zwar in der Verlängerung des Gebäudes, in dem das zentrale Röntgeninstitut untergebracht ist, einen Zubau zu errichten, der auf Ebene des ersten Untergeschoßes an das Hauptgebäude andockt.
Steigende OP-Zahlen
In den vergangenen zehn Jahren stieg die Anzahl der operativen Eingriffe im LKH Feldkirch um über 25 Prozent. Auch die zeitaufwendigen Operationen haben stark zugenommen. „Um den erwarteten weiteren Anstieg an Operationen bewältigen zu können, ist eine Ausweitung der Kapazitäten unbedingt notwendig“, bekräftigt Gerald Fleisch. Aufträge im Ausmaß von fünf Millionen Euro für den Neubau sind bereits vergeben worden.
Das Projekt ist ein wichtiges Signal für den Standort Feldkirch.
Gerald Fleisch

Fakten LKH Feldkirch
» 606 stationäre Betten
» 38.000 Patienten werden jährlich stationär und
» 170.000 Patienten ambulant behandelt
» 20.000 operative Eingriffe pro Jahr