Vorarlbergs Skigebiete öffnen erst vorsichtig ihre Pforten

Eigentlich wäre heute Saisonstart angesagt. Vereinzelt ist Skifahren sogar schon möglich.
SCHWARZACH. Steter Tropfen höhlt den Stein, oder auf Vorarlbergs Situation in den Skigebieten umgemünzt: Steter Flocken füllt die Skipiste. Von stetem Schneefall kann derzeit aber noch keine Rede sein. Nicht nur das, auch die Temperaturen zeigen noch keine Anstalten, in den Wintermodus zu schalten. Also dauerhaft so tief zu bleiben, dass wenigstens eine künstliche Beschneiung möglich wäre. Das Resultat sieht man auf der Homepage des 3Täler-Passes: Die meisten Gebiete haben als Öffnungszeitraum den 20. Dezember angegeben oder verzichten komplett auf das Datum, mit dem Zusatz „bei ausreichender Schneelage“. Nur Damüls öffnet heute, und zwar Walisgaden und Sunnegg. Auch in Brand laufen die ersten Lifte, aber ans Skifahren ist noch nicht zu denken. Der Betrieb ist nur für Fußgänger und Restaurantbesucher gedacht. Im Montafon sieht die Sache etwas rosiger aus.
Eingeschränktes Skivergnügen
Silvretta Montafon erweitert das Angebot. Seit Freitag sind die Bahnen Hochjoch, Zamang, Grasjoch, Seebliga, Hochalpila und die Panorama-Bahn in Betrieb. Auch die Garfrescha-Bahn fährt, allerdings nur für Fußgänger. Heute werden zusätzlich die Versettla-Bahn und die Nova-Bahn ihre Arbeit starten. Ebenso am Golm und in Gargellen ist ab heute eingeschränktes Skivergnügen möglich. Vollpreis müssen die Gäste für die halbe Leistung nicht bezahlen. Die Tageskartenpreise richten sich nach der Anzahl der geöffneten Pisten. Auf finanzielle Erfolge müssen die Eigentümer der Bahnen also noch warten.
Tagesgast fehlt Liftbetreibern
Für Christian Schützinger aus der Geschäftsleitung des Tourismusverbandes zählt, dass die Gebiete überhaupt geöffnet haben: „Der Teilbetrieb ist wichtig, denn jetzt können die Gäste endlich Skifahren.“ Erste Stornierungen habe es bereits gegeben: „Es handelt sich um die Frühbucher, die die Vorsaison ausnützen wollten.“ Auch die ausbleibenden Tagesgäste würden die Liftbetreiber spüren: „Jeder Tag ist ein verlorener Tag.“
Allerdings kann Schützinger beruhigen, noch sei die Tourismusbranche nicht in Gefahr. Der erste richtige Ansturm sei in der Weihnachtswoche. „Und da ist Skifahren nicht zwingend nötig, die Gäste machen trotzdem ihren Weihnachtsurlaub.“ Erst Mitte Jänner, wenn dann
die „echten Skifreaks“ kommen, müsse alles laufen. Aber bis dahin sei ja noch Zeit. „Wir müssen uns in Geduld üben.“
„Haben Situation noch im Griff“
Am Arlberg, wo Teile der Pisten nun befahrbar sind, habe man „die Situation noch im Griff“, betont Christoph Pfefferkorn von den Skiliften Lech. Immer dann, wenn es die Temperaturen zulassen würden, werde „voll beschneit“, sagt Pfefferkorn und hofft auf prognostizierten Schneefall am Dienstag und Mittwoch kommender Woche. „30 Zentimeter Neuschnee wären ein Segen für uns.“ Ob bald weitere Skigebiete folgen, steht noch in den Sternen. Am Bödele ist noch nicht einmal das Telefon besetzt, eine Stimme auf Band erklärt: „Aufgrund Schneemangels sind die Pisten noch geschlossen.“ Betriebsleiter Walter Beer hofft auf Unterstützung von oben: „Mehr als warten können wir momentan nicht. Hat’s am 24. Dezember Schnee, dann fahren wir. Hat’s keinen, dann stehen wir mit den Mitarbeitern vor dem Christbaum“, erzählt er mit etwas Galgenhumor. „Wir lassen uns jetzt nicht verrückt machen. Warten und hoffen heißt die Devise.“ Es ist das Motto beinahe aller Skidestinationen im Land. Mehr als Stoßgebete und Geduld können die wenigsten ausrichten. Eines ist fix: Der Winter kommt bestimmt. Die Wandersaison dauert jedenfalls so lange wie noch nie.
Jeder Tag ohne Schnee ist ein verlorener Tag für die Betreiber.
Christian Schützinger

Bereits geöffnet
» Lech (Kriegerhorn und Petersboden in Oberlech, Schlegel- und Schlosskopf sowie Bergbahn Lech/Oberlech und Zugerberg)
» Silvretta Montafon (Hochjoch-Bahn, Zamang-Bahn, Grasjoch-Bahn, Seebliga-Bahn, Panorama-Bahn, Hochalpila-Bahn, Versettla-Bahn, Nova-Bahn, Garfrescha-Bahn für Nichtskifahrer)
» Golm (eingeschränkter Betrieb)
» Gargellen (eingeschränkter Betrieb)
» Damüls (Walisgaden, Sunnegg, Uga als Zubringer)