Letzte Chance für Cannabisgärtner
36 Hanfpflanzen in Bregenzer Wohnung gepflanzt und abgeerntet.
Feldkirch. (ec) Die Strafkarte des jungen Kochs weist bereits sechs Eintragungen auf, allerdings handelte es sich immer um kleinere Drogenvergehen, keine großen Sachen. Nun muss der Freund des Hanfes aber aufpassen, denn dieses Mal gab es gerade noch eine bedingte Haftstrafe von sechs Monaten plus 1440 Euro unbedingte Geldstrafe. „Jetzt wird es langsam kritisch“, warnte ihn das Gericht. Ob das Urteil rechtskräftig wird, ist noch offen.
Eigentlich kennt sich der Unterländer aus, doch ganz so einfach ist der Eigenbau von Gras auch wieder nicht. In seiner Bregenzer Wohnung hegte und pflegte der Mann die Hanfpflanzen, doch gediehen sind sie nur mäßig. Die Anklage geht zwar von rund einem Kilo Ertrag aus, doch im Zweifel glaubt der Richter dem Beschuldigten. Und der spricht von 330 Gramm. „Das kostet ja Strom, Geld, Zeit, und das alles wegen 330 Gramm?“, zweifelt jedoch Staatsanwalt Manfred Bolter. „Einmal sind mir die Pflanzen eingegangen, dann bekamen sie Schimmel“, zeigt sich der in der Gastronomie Beschäftigte ehrlich. Groß im Geschäft war er jedenfalls nicht. Auch Pilze, die berauschen, baute der Bursche an, allerdings auch nur zum Eigengebrauch. Diesmal kam er gerade noch mit einer kombinierten Strafe davon. Lässt er aber die Finger nicht vom Cannabis, muss er beim nächsten Mal die Küche mit einer Gefängniszelle tauschen.