Hundert Flüchtlinge erwartet

25.09.2015 • 19:52 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Rotes Kreuz und ORS teilen sich 100 Asylwerber auf. Sie kommen in Hard und Götzis unter.

Bregenz. (VN-mip) Österreichs Flüchtlingsunterkünfte sind voll. In den Erstaufnahmezentren Traiskirchen und Thalham ist kein Platz mehr. Dies veranlasste am Freitagmorgen Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP, 51) dazu, den Vorarlberger Sicherheitslandesrat Erich Schwärzler (ÖVP, 62) anzurufen und zu fragen, ob Vorarlberg nicht ein paar zusätzliche Flüchtlinge aufnehmen könnte. Schwärzler sagte zu. Bereits heute, Samstag, werden 100 Asylwerber erwartet. Betreut werden sie vom Roten Kreuz in Hard und von der Firma ORS in Götzis, erklärte Schwärzler auf VN-Anfrage.

Zwei Häuser

70 Flüchtlinge nimmt Vorarlberg jede Woche auf, um die mit dem Bund vereinbarte Quote zu erfüllen. Diese Woche werden es etwas mehr sein. 30 Schutzsuchende sind bereits Anfang der Woche gekommen. 100 weitere werden bis heute, Samstag, mit dem Bus aus Traiskirchen und Thalham ins Land kommen. Es sind Flüchtlinge, die bereits um Asyl angesucht haben. 40 Asylwerber werden bei ORS in der Tennishalle in Götzis untergebracht, die Kapazität der Unterkunft wurde deshalb ein wenig erhöht. 60 Flüchtlinge übernimmt das Rote Kreuz. 16 davon sind junge Männer, die ins bestehende Quartier in der Harder Mittelschule einziehen. Die restlichen 44 Flüchtlinge sind Familien. Ein Harder Unternehmen hat zwei Häuser zur Verfügung gestellt, die das Rote Kreuz nun herrichtet. „Es sind keine Notquartiere, wir stellen keine Feldbetten, sondern Stockbetten auf“, erklärt Landesrettungskommandant Werner Meisinger (53).

Für zwei Wochen

Zahlreiche Sanitäter waren bis in die späten Nachtstunden damit beschäftigt, die Betten zusammen zu schrauben, Lichter aufzuhängen, das Haus bewohnbar zu machen.

Die Unterkunft ist für kurze Zeit geplant. Höchstens zwei Wochen lang werden die Flüchtlinge in der Obhut des Roten Kreuzes bleiben. Spätestens dann wird die Caritas die Betreuung übernehmen. Die ersten Asylwerber sind bereits in der Nacht auf heute angekommen. Landesrat Schwärzler spricht von einem „Akt der Solidarität. Wir haben nicht lange überlegen müssen.“ Einen solchen Akt erwartet er sich auch in größerem Rahmen innerhalb der Europäischen Union. „Die Quotenverteilung muss schnell funktionieren“, fordert er.

In seinem Einflussbereich – in Vorarlberg – geht die Quartiersuche derzeit weiter. Sowohl im Oberland als auch im Unterland sind neue Hallen im Gespräch, die zu einer Unterkunft umgebaut werden könnten. Auch Quartiere für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (UMF) sind in Planung.

Wir stellen keine Feldbetten sondern Stockbetten auf.

Werner Meisinger
Rotkreuz-Mitarbeiter machten das Haus in kurzer Zeit bewohnbar. Foto: VOL.AT/Pletsch
Rotkreuz-Mitarbeiter machten das Haus in kurzer Zeit bewohnbar. Foto: VOL.AT/Pletsch
Rotkreuz-Mitarbeiter machten das Haus in kurzer Zeit bewohnbar. Foto: VOL.AT/Pletsch
Rotkreuz-Mitarbeiter machten das Haus in kurzer Zeit bewohnbar. Foto: VOL.AT/Pletsch