Mohi-Anstellungen ziehen sich

Vorarlberg / 12.10.2015 • 20:38 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Mohi-Mitarbeiterinnen sind wertvolle Begleiter. Foto: hagen
Mohi-Mitarbeiterinnen sind wertvolle Begleiter. Foto: hagen

Trotz 500.000 Euro
im nächstjährigen
Landesbudget bleibt große Unsicherheit.

bregenz. Rund 500.000 Euro hat Soziallandesrätin Katharina Wiesflecker für die Mobilen Hilfsdienste (Mohi) im Landesbudget 2016 reserviert. „Damit könnten erste Anstellungen finanziert werden“, meint sie. Ein positiver Beschluss im Sozialfonds sowie die Genehmigung des Voranschlags vorausgesetzt. Geht die Rechnung wieder nicht auf, wird sich der Mohi totlaufen, fürchtet Wiesflecker. „Denn Frauen im Haupt­erwerbsalter wollen eine sozialrechtliche Absicherung“, begründet sie ihre diesbezüglichen Bedenken.

Ein anderer Grund, warum sie massiv auf eine Lösung der Anstellungsfrage zumindest für einen Teil der Mohi-Mitarbeiterinnen – und zwar der ausgebildeten Heimhilfen – drängt, liegt in der Zunahme an demenzkranken Menschen. Um diese Menschen daheim betreuen zu können, brauche es für die Angehörigen eine stundenweise Entlastung, wie sie Mobile Hilfsdienste erbringen. „Deshalb ist es wichtig, dieses Angebot weiter im System zu halten“, sagt Katharina Wiesflecker.

Hohe Quote stabilisieren

Und es geht darum, die hohe Quote der häuslichen Betreuung, derzeit liegt sie bei 80 Prozent, zu stabilisieren. Vor diesem Hintergrund hält die Soziallandesrätin die Anstellung von Mohi-Beschäftigten sogar für zwingend erforderlich. Zwei Gutachten haben sowohl steuer- wie arbeitsrechtliche Probleme für die
51 örtlichen Mohis ausgeschlossen. Dennoch bleibt Katharina Wiesflecker vorsichtig in ihren Aussagen, weil das Budget erst im Dezember beschlossen wird.

Skeptisch gibt sich trotz der in Aussicht gestellten halben Million Euro auch die Geschäftsführerin der ARGE Mobile Hilfsdienste, Uschi Österle. Sie hätte die ersten Anstellungen gerne mit Jahresbeginn gehabt. Doch nun zweifelt sie, ob dieser Termin hält. „Ich glaube es erst, wenn die erste Anstellung fix ist“, sagt Österle. Nach mehr als zehn Jahren des Bemühens um eine Regelung traut sie nur noch harten Fakten.

Derzeit sind bei den Mobilen Hilfsdiensten rund 1800 Personen unter Vertrag, der Großteil von ihnen Frauen. Der Männeranteil liegt bei vier Prozent. Eine Ausbildung als Heimhilfe haben 125 Mitarbeiterinnen. Das entspricht einem Anteil von gerade einmal sieben Prozent. „Ihnen möchten wir einen attraktiven und zeitgemäßen Arbeitsplatz mit den entsprechenden Rahmenbedingungen bieten“, erklärt Uschi Österle. Dem Vorschlag des Gemeindeverbandes, den Klienten die vollen Kosten zu verrechnen, kann sie wenig bis nichts abgewinnen. „Dann müssten wir zwischen 25 und 27 Euro pro Stunde verlangen. Das ist utopisch.“ Der aktuelle Stundensatz liegt bei 11,50 Euro. Er wird jährlich um 50 Cent erhöht.

Arbeitsintensives Jahr

Gestern blieben diese Probleme jedoch für einmal außen vor. Die Helferinnen waren zu einem Fest geladen. Es sollte ein Dankeschön für ein arbeitsintensives Jahr sein. So wurden 2014 bei 4556 Klienten fast 582.500 Einsatzstunden erbracht. Der leichte Rückgang im Vergleich zum Jahr davor (578.368) ist laut Österle in erster Linie auf mangelnde Kapazitäten zurückzuführen.

Mit dem Mohi-Budget für das kommende Jahr könnten erste Anstellungen finanziert werden.

Katharina Wiesflecker