Thomas Matt

Kommentar

Thomas Matt

Eine Idee siecht dahin

Vorarlberg / 29.03.2016 • 21:54 Uhr

Beim Spanier Wein getrunken, griechisch gegessen, die Colomba (mit Mandeln) kam direttissima aus Italien. Da steckte ganz schön viel Europa in diesem Osterfest! Und dann erst die Reiselust … Ach, die Städte haben sich ja allesamt herausgeputzt, dass es eine Art hat. Man könnte z. B. Fräulein Tochter besuchen in Lissabon. Überfallsartig. Mal eben beim Studieren zusehen. Oder wobei auch immer.

All das ist längst Alltag geworden. Fragt man gar nicht mehr hinterher. Ist auch nicht nötig. Geldwechseln … das war früher. Visa? Ich bitte Sie! Staunend hören die Kinder den Erzählungen über Grenzbeamte zu, die Kofferräume kontrollieren und vielleicht gar die Ein­reise verweigern. Doch, sowas gab’s. Mit Türmen und
Schilderhäuschen und
Zäunen . . .

Doch, dieses Europa hatte sich lustvoll angelassen. Schön war die Idee von der gemeinsamen Freiheit, basierend auf Menschenrechten und Humanitarismus. Dann ließ sich diesem Europa auch noch die Rolle des Buhmanns abtrotzen, ohne den eine Gesellschaft offenbar nicht leben kann. Ein Rundum-sorglos-Paket gewissermaßen. Jetzt schmeißen wir’s wieder in den Kübel. Es wird uns rausgebombt, aber wir hatten es eh schon über, oder? Warum geht mir nur das Bild vom tanzenden Esel auf dem Eis nicht aus dem Sinn?

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