Endlos-Geschichte um Prothesen vor Einigung
Krankenhausbetriebsgesellschaft hat sich mit Hersteller finanziell geeinigt.
feldkirch. Die Endlos-Geschichte um schadhafte Hüftprothesen könnte zumindest an einer Front bald entschieden sein. Wie die VN in Erfahrung bringen konnten, haben sich Krankenhausbetriebsgesellschaft (KHBG) und DePuy finanziell geeinigt. Es soll um eine Summe von rund 200.000 Euro gehen, die der Medizinproduktehersteller für eine zukünftige „Schad- und Klagloshaltung“ von betroffenen Patienten bereitstellen will. KHBG-Direktor Gerald Fleisch bestätigte auf VN-Nachfrage laufende Vergleichsverhandlungen. Aufgrund einer vereinbarten Verschwiegenheitsklausel wollte er jedoch keine weiteren Angaben machen. Nur so viel gab er noch preis: „Wir sind in guten Gesprächen mit dem Unternehmen.“
Noch alles offen ist hingegen bei jenen Patienten, die von einer Feldkircher Anwaltskanzlei bzw. der Patientenanwaltschaft vertreten werden. Insgesamt waren 88 Personen in die Angelegenheit involviert, die im Mai 2011 bekannt wurde. Wie damals berichtet, hatten die Hüftprothesen einen gesundheitsschädigenden Abrieb verursacht und mussten teilweise ausgetauscht werden. Bei der Patientenanwaltschaft meldeten sich daraufhin etwa 40 Betroffene. Jetzt sind laut Patientenanwalt Alexander Wolf noch acht Fälle offen. Einige hätten die Sache nicht mehr weiterverfolgt. Mehr durfte auch er nicht sagen, da die Patientenanwaltschaft ebenfalls der Verschwiegenheitsklausel unterliegt. Insgesamt seien Verhandlungen mit Medizinprodukteherstellern immer schwierig, merkte Wolf an.
Warten auf Gutachten
Sechs Betroffene wechselten von der Patientenanwaltschaft zur Anwaltskanzlei Blum, Hagen und Partner. Doch auch für sie heißt es warten. Die Klagen sind zwar seit Längerem eingebracht. Inhaltlich konnte aber noch kein Konsens mit DePuy erzielt werden. „Es fehlen auch medizinische Gutachten“, sagt Markus Hagen. Hier ist man um ein gemeinsames Vorgehen bemüht. Da solche Gutachten Zeit brauchen, rechnet Hagen frühestens im Herbst mit einer Fortsetzung dieser Causa.
Im vergangenen Jahr sorgten Accis-Großkopf-Prothesen für Unruhe (die VN berichteten). Eine Frau hatte den Hersteller geklagt, weil Gutachten einen verstärkten Metallabrieb bestätigten. Dieser Prozess ist noch gerichtsanhängig. Auf das Ergebnis wartet auch der Patientenanwalt. Nach der Berichterstattung hatten sich zwei Betroffene bei ihm gemeldet, mittlerweile sind es sechs.
Die Verhandlungen mit Herstellern von Medizinprodukten gestalten sich immer schwierig.
Alexander Wolf