Im Juli wird die Carina nur noch Geschichte sein

Vorarlberg / 20.04.2016 • 18:40 Uhr
In bester Lage und mit viel Grün um die Gebäude: So stellt sich die Anlage des Carina dem Betrachter von oben dar. Foto: vn/paulitsch
In bester Lage und mit viel Grün um die Gebäude: So stellt sich die Anlage des Carina dem Betrachter von oben dar. Foto: vn/paulitsch

Stiftungsmitglied Wolfgang Menz bestätigt Schließung. Alle Mitarbeiter gekündigt.

feldkirch. Aus und vorbei: Nach über dreißig Jahren wird das Heilpädagogische Zentrum (HPZ) Carina in Feldkirch im Juli geschlossen. Das bestätigte Wolfgang Menz, langjähriger ärztlicher Leiter und Mitglied der Stiftung, auf VN-Anfrage. Die insgesamt zwölf Mitarbeiter wurden bereits gekündigt, nachdem das Land auch die Finanzierung für den noch verbliebenen therapeutischen Kindergarten mit Schulende einstellt. Die sieben Kinder sollen auf regionale Kindergärten aufgeteilt werden. „Wir passen nicht mehr ins System“, stellt Menz resigniert fest. Gleichzeitig denkt er bereits über eine neue Verwendung des rund 10.000 Quadratmeter großen Areals nach. Mit dem Vorarlberger Kinderdorf wurden Kooperationsgespräche begonnen, ebenso könnte die Nutzung als Therapiepark laut Wolfgang Menz eine Option sein.

Der Anfang vom Ende

Zuerst gilt es jedoch, den Untergang dieser traditionsreichen Einrichtung zu verdauen. Den Anfang vom Ende läutete die aus finanziellen Gründen von den Carina-Verantwortlichen betriebene Kündigung des Kooperationsvertrags mit der Krankenhausbetriebsgesellschaft (KHBG) ein. Als nächstes ließ das Land die Zahlungen aus dem Sozialfonds auslaufen, auch die heilpädagogische Schule wurde geschlossen. Von der Stiftung ausgearbeitete Vorschläge zur Neuausrichtung des Angebots fanden wenig Gehör und im „Heilpädagogischen Konzept für Vorarlberg“ letztlich keine Aufnahme mehr. Übrig blieb noch der heilpädagogische Kindergarten. Aber der wird, wie berichtet, bald ebenfalls Geschichte sein. „Die Carina ist ein Lehrstück, wie ehrenamtlich geführte Einrichtungen ausradiert werden“, merkt Wolfgang Menz hörbar verbittert an.

Keine konkreten Gespräche

Und er kritisiert, dass es bis heute keinen einzigen Versuch des Landes gegeben habe, mit der Stiftung Carina eine konkrete inhaltliche Diskussion über weitere heilpädagogische Aufgaben zu führen. Vielmehr gehe es nur darum, das Psychiatriekonzept mit allem Nachdruck umzusetzen. Da sei die Carina im Weg, zitiert Menz daraus den Satz „Wir brauchen die Plätze, aber sie müssen ja nicht in der Carina sein“. Stattdessen sollen weitere Kindergruppen im Herz-Jesu-Heim in Rankweil eingerichtet werden.

Das HPZ Carina hatte sich aus dem von Ing. Lutz gegründeten Sprachheilheim entwickelt. Es ist laut Stiftungsstatuten der Heilpädagogik verpflichtet. Daraus resultiert auch die Überlegung, das Gelände im Sinne eines „heilpädagogischen Therapieparks“ zu nutzen und es verschiedenen Therapeuten für Kinder- oder Schülerbetreuung zur Verfügung zu stellen. „Es ist eine Vision“, lässt Wolfgang Menz den Satz aber im Raum stehen.