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Wie sie da singend und trommelnd durch die Straßen zogen, mit Pullis aus Hanf, die man ja vielleicht zur Not auch rauchen konnte, folgten ihnen viele mitleidige Blicke. Wer würde die Parolen schon hören, die sie in naiver Unverdrossenheit in den Bregenzer Himmel riefen? Und dann dieses Sammelsurium an Beweggründen: Gegen TTIP, Fracking, Monsanto – einfach gegen das „Who’s who“ der Feindbilder. Nein, da nippte man doch lieber am Capuccino und ließ die anrührend bemühte Erregung vorüberziehen, bissig kommentiert und abgeklärt belächelt.
Aber heuer gehe ich mit. Wechsle die Seiten. Packe mich und meinen Zynismus zusammen und marschiere am 21. Mai mit der Jute-Fraktion vom Bregenzer Bahnhof durch die Stadt. Der Capuccino kann warten.
Nein, da liegt kein grünalternatives Erweckungserlebnis zugrunde. Noch immer tönen manche Argumente seltsam undifferenziert. Aber es reicht einfach nicht, unregelmäßg ökologisch korrekt einkaufen zu gehen. Mensch, einmal nicht Teil der schweigenden Mehrheit sein, sondern den Hintern hochkriegen und Farbe bekennen! War das nicht mal fester Bestandteil des Schüler- und Studentenlebens? Und jetzt ist man … was? Zu alt? Zu abgeklärt? Oder einfach nur zu träge? Schweigende Mehrheiten haben in diesem Land schon so viel Schaden angerichtet.
Wir sehen uns, am 21. Mai!
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