Heißer Draht zu den Ärzten

Vorarlberg / 20.07.2016 • 21:10 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Rettungs- und Feuerwehrleitstelle arbeitet mit Hochdruck am weiteren Ausbau des Patientenservice. Foto: vn
Die Rettungs- und Feuerwehrleitstelle arbeitet mit Hochdruck am weiteren Ausbau des Patientenservice. Foto: vn

Bereitschaftsdienstnummer 141 verzeichnete im vergangenen Jahr starke Steigerung.

Feldkirch. Seit 2012 ist die Ärzterufnummer 141 in Betrieb und offenbar auch in der Bevölkerung angekommen. „Bis dato haben wir fast 70.000 Auskünfte zum Ärztebereitschaftsdienst registriert“, zitiert Siegfried Marxgut, Leiter der Rettungs- und Feuerwehrleitstelle (RFL) in Feldkirch, aus der aktuellen Statistik. Im laufenden Jahr wurde die Nummer 141 ebenfalls schon wieder 12.565 Mal gewählt. Das entspricht einer Steigerung um drei Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahrs.

Zwischen 2014 und 2015 betrug der Zuwachs bei den Auskünften sogar stattliche 35 Prozent. Marxgut spricht in diesem Zusammenhang von der stärksten Steigerungsrate seit Einführung dieses Serviceangebots. Ab nun dürften die Zahlen aber mehr oder weniger stabil bleiben, vermutet er.

Freitag bis Sonntag

Am häufigsten frequentiert wird die Bereitschaftsdienstnummer naturgemäß während der Urlaubszeiten, wenn gleichzeitig auch viele Ordinationen geschlossen sind. Vor allem in den Weihnachts- und Semesterferien ist die 141 erste Anlaufstelle für jene, die medizinische Hilfe benötigen. Anfang Jänner beispielsweise bearbeiteten die RFL-Mitarbeiter während einer Woche 689 Anfragen zu ärztlichen Diensten. Während der Semesterferien waren es 703 Auskünfte. Auch an verlängerten Wochenenden klingelt das Telefon laut Siegfried Marxgut deutlich öfter als sonst, wobei sich der Andrang an Anrufern auf die ordinationsfreien Zeiten zusammenballt. Spürbar mehr werden die Nachfragen nach geöffneten Arztpraxen ab Freitagmittag. Weiter zieht es sich durch den Samstag und dann noch bis Sonntagmittag. Dann ist die Sache für das Wochenende gelaufen.

Die anfangs eher schleppende Meldemoral der niedergelassenen Ärzte habe sich eingependelt, bestätigt der RFL-Leiter. Bei Bedarf würden die RFL-Mitarbeiter von sich aus nachgefragt, um den Anrufern eine vollständige Information liefern zu können.

Ausbau läuft zügig

Derzeit laufen bei der Rettungs- und Feuerwehrleitstelle aber auch die Vorbereitungen für den Ausbau der Nummer 141 zu einer Gesundheits-Hotline. Anfang 2017 soll ein telefon- und webbasierter Beratungsdienst (TEWEB) starten. Vorarlberg ist neben Wien und Niederösterreich eines der Pilotländer für diese Informationsplattform, deren Probebetrieb rund 5,5 Millionen Euro kostet. Die Beratung von Anrufern erfolgt auf Basis eines protokollgestützten medizinisch-wissenschaftlichen Systems. Die erforderlichen Mitarbeiter, viereinhalb Köpfe, sind bereits gefunden. „Es handelt sich um erfahrenes diplomiertes Krankenpflegepersonal“, erklärt Siegfried Marxgut. Die Ausbildung auf den neuen Dienst beginnt im Herbst. Den medizinischen Teil übernimmt der Programm­anbieter, die Instruktionen bezüglich Leitstellentechnik und Einsatzabwicklung bewerkstelligen die Experten der RFL selbst.

Die Erstauskunft erfolgt auf Deutsch. Weitere Sprachen können, wie Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser einmal kundtat, nach Bedarf aufgenommen werden. Für Siegfried Marxgut stellt TEWEB, der rund um die Uhr zur Verfügung stehen soll, eine wertvolle Erweiterung des Angebots dar.

Fakten

» 2014: 17.535 Beauskunftungen

» 2015: 20.880 Beauskunftungen

» 2016: bislang 12.565 Beauskunftungen