Callgirls in den Betten der Hotels

Der Prostitutionstourismus in Vorarlberger Hotels boomt. Die Polizei ermittelt.
Schwarzach. Das E-Mail des (der Redaktion bekannten) Informanten bezieht sich auf ein Hotel im Raum Bregenz. „Ich habe herausgefunden, dass seit geraumer Zeit ein hohes Aufkommen illegaler Prostitution herrscht“, schreibt er.
Die zuständige Abteilung im Vorarlberger Landeskriminalamt bestätigt, dass es bei käuflichem Sex im Hotelbett im Land keinen Dornröschenschlaf gibt. Ein Beamter spricht von „laufenden Ermittlungen“ im Zusammenhang mit mehreren Hotels, deren Namen immer wieder bei den „Escorts“ (Begleitagenturen) im Internet aufscheinen.
„Neue Masche“
Ein Ermittler präzisiert gegenüber den VN: „Es ist eine neue Masche. Die Damen bieten ihre Dienste auf Internetplattformen an und checken sich ganz normal für mehrere Tage in Hotels mit hoher Gästefluktuation ein.“
Das kann für zwei oder drei Tage sein. Heute in Bregenz, morgen in Ulm oder woanders. Es ist ein verbotener Prostitutionstourismus, der so ganz im Widerspruch zu den rigiden Paragrafen des Vorarlberger Sittenpolizeigesetzes steht.
Veränderte Profile
Unter Kosenamen wie Cindy, Goldgirl, Lorelei oder Dornröschen bieten die Callgirls in den zu „Hotels d’amour“ zweckentfremdeten Herbergsbetrieben via Netz ihre delikaten Dienste an. Wobei sie deutlich auf ihre Spezialitäten und auch auf Tabus hinweisen.
Und so wie sich die Namen der Damen ständig ändern, so wandeln sich auch ihre ganz persönlichen Profile, mit denen sie sich im Netz präsentieren, was die Arbeit der Ermittler nicht gerade leichter macht. Denn eben nur die „Gewerblichen“ selbst stehen in ihrem Fahndungsvisier, nicht aber die Hotelbetreiber, denn: „Die sagen, sie wissen davon gar nichts“, so ein Kriminalist.