Pflegeausbildung auf ganz neuen Pfaden

Vorarlberg / 05.10.2016 • 19:10 Uhr
Eine gute Pflege verlangt gut ausgebildetes Personal. Foto: apa
Eine gute Pflege verlangt gut ausgebildetes Personal. Foto: apa

Krankenpflegeschule Feldkirch startet im April Pflegefachassistenz-Ausbildung.

feldkirch. Die seit September geltende neue Pflegeausbildung hält langsam auch Einzug in den Gesundheits- und Krankenpflegeschulen des Landes. So hat Feldkirch bereits mit allem, was dazugehört, auf die einjährige Pflegeassistenz, welche die Pflegehilfe ersetzt, umgestellt. Im April 2017 startet dann die Ausbildung zur Pflegefachassistenz.

Neues Berufsbild

Dabei handelt es sich um ein neues Berufsbild, das zwischen Pflegehilfe und Diplompflege angesiedelt ist. Die Ausbildung dauert zwei Jahre. „Sie ersetzt jedoch nicht den gehobenen Fachdienst“, muss Direktor Guntram Rederer immer wieder einmal aufklären. Fakt ist lediglich, dass Pflegefachassistenten verschiedene medizinische Tätigkeiten wie das Abnehmen von Blut oder das Wechseln von laufenden Infusionen zwar selbstständig, aber nur unter der Verantwortung eines Arztes oder einer Diplomfachkraft durchführen dürfen. Dennoch sieht Rederer diesen Ausbildungszweig als tragende Säule bei der Deckung des stetig steigenden Personalbedarfs im Pflegebereich. Das Interesse scheint ihn zu bestätigen. Schon jetzt liegen zehn Anmeldungen vor. Insgesamt werden zwanzig Schülerinnen und Schüler aufgenommen. “Fürs Erste”, wie Guntram Rederer anmerkt, der den Auftakt als Testlauf betrachtet.

Kompetenzen bündeln

Ein anderes Kapitel ist die Ausbildung der Fachkräfte für den gehobenen Dienst. Sie sollen ihr Wissen künftig an den Fachhochschulen vermittelt bekommen und als Bachelor abschließen. Die Zahl der erforderlichen Ausbildungsplätze ist derzeit Gegenstand von Erhebungen in Krankenhäusern und Pflegeheimen. Für Rederer können die angedachten 25 Plätze allerdings nur ein Anfang sein. Es werde deutlich mehr brauchen. Gespannt ist er auch darauf, wie die Ausbildung organisiert wird. Persönlich präferiert er ein Zusammenführen der Kompetenzen von Fachhochschule und Gesundheits- und Krankenpflegeschulen. Die Nutzung der vorhandenen Infrastruktur und Expertise wäre aus Sicht von Guntram Rederer die effizienteste, kostengünstigste und schnellste Lösung. Denn die Hochschulausbildung für Pflegepersonal soll bereits 2018 starten. Die Diplomausbildung nach bisherigem Stand wird noch bis 2024 weitergeführt.

Viele Pensionierungen

Der für die Pflegeausbildung zuständige Gesundheitslandesrat Christian Bernhard bestätigt, dass konkrete Überlegungen im Gange sind, was im jeweiligen Pflegesegment an Ausbildungskapazitäten angeboten werden soll. Dass es in absehbarer Zeit aufgrund der steigenden Lebenserwartung zusätzliches Personal braucht, und das nicht zu knapp, ist in einer Bedarfserhebung des Landes aus dem Jahr 2013 klar dokumentiert. So beträgt der Mehrbedarf im gehobenen Dienst bis 2030 rund 540 Mitarbeiter, bei den anderen Diensten liegt das Erfordernis bei fast 800 Personen. Hauptgrund sind die vielen Pensionierungen, die bis dahin schlagend werden. Allein in der Diplompflege kommt es zu mehr als 1300 Abgängen.

25 Fachhochschulplätze können nur ein Anfang sein.

Guntram Rederer
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