Prostitution in Hotels und 17 illegale Bordelle in Vorarlberg

Menschenhändlerring aus dem Balkan zwingt Frauen zum verbotenen Gewerbe.
Schwarzach. Wenn „Dornröschen“ im Internet ein Schäferstündchen im Hotel anbietet, muss sie auf ihren „Prinzen“ nicht lange warten. Denn die Märchenprinzessin ist in Wahrheit ein Callgirl, und „Dornröschen“ ihr Deckname.
Hinter dieser delikaten Romantik verbirgt sich ein beinhartes, kriminelles Geschäft. Die Fäden werden auf dem Balkan gezogen. Bosnische Behörden haben kürzlich einen Menschenhändlerring auffliegen lassen, dessen Netze bis nach Österreich reichen. „Und zwar vor allem bis nach Westösterreich“, präzisiert Oberst Gerald Tatzgern, Leiter der Zentralstelle zur Bekämpfung der Schlepperkriminalität und des Menschenhandels im Bundeskriminalamt (BKA) gegenüber den VN.
Einmal mehr steht das „subere Ländle“ als besonders heißes Pflaster im Milieu im Mittelpunkt. Während es im Osten Österreichs vor allem junge Frauen aus Ungarn, Bulgarien und Rumänien betreffe, würden in Vorarlberg derzeit verstärkt bosnische und serbische Frauen der illegalen Prostitution in Hotels zugeführt, so Tatzgern. Unter Vorspiegelung attraktiver Arbeitsbedingungen und falscher Tatsachen locke die kriminelle Organisation ihre Opfer ins Prostitutionsmilieu, aus dem es nur schwer ein Entkommen gibt.
„Mehrere Dutzend Frauen“
Nach den bisherigen Ermittlungen, die erst am Anfang stehen, spricht Tatzgern von mehreren Dutzend Frauen, die in Vorarlberg zu diesem Gewerbe gezwungen werden. „Die Palette reicht von Zwei-Sterne-Hotels bis zu Fünf-Sterne Hotels, in denen die Frauen tätig sind“, informiert der Oberst und legt dabei gleichzeitig Wert auf die Feststellung, dass die Betreiber der betroffenen Hotels von den kriminellen Hintergründen nichts wissen.
Es sind aber nicht nur die Herbergsbetriebe, in denen das horizontale Gewerbe blüht.
Tatzgern: „In Vorarlberg gibt es ja kein einziges legales Bordell. Denn was in Vorarlberg nicht sein darf, das gibt es auch nicht. Dabei sind uns hier exakt 17 illegale Bordelle bekannt.“
Was in Vorarlberg nicht sein darf, das gibt es auch nicht.
Gerald Tatzgern