Thomas Matt

Kommentar

Thomas Matt

Sonst ,,eh wurscht“

Vorarlberg / 13.12.2016 • 19:12 Uhr

Oh, es ist gewiss eine ungeheure Schweinerei, die sich die Fleischproduzenten da leisten. Ganz ohne Zweifel gehört jedweder Etikettenschwindel aufs Schärfste geahndet. Zumal niemand versteht, wenn Schweinernes aus dem Allgäu als Hiesiges verkleidet in die Auslage kommt, so viel schlechter kann die Qualität in Kempten und Umgebung ja kaum sein. . .

Egal. Oder viel mehr „wurscht“. Womit sich ein zweiter Aspekt ins Bild schiebt, nämlich die „Wurstigkeit“ des Konsumenten, die angesichts solcher Horrormeldungen für die Dauer einer kleinen Erregung Pause macht. Schon aber greift er wieder bedenkenlos zu, bei allem, was massig und billig zu haben ist. Und da verliert dieser plötzliche Hang zur authentischen, echten, unverfälschten Ware von höchster Qualität doch ein wenig an Glaubwürdigkeit. Ist dieser Betrug am Ende ein weiterer Hinweis darauf, dass das Gewissen des Kunden sich mit so mancher oberflächlichen Lüge allzu gerne zufrieden gibt?

Gut, man sagt ja nix, man meint ja bloß. So unmittelbar vor dem Weihnachtsfest soll man den Konsumenten ohnedies nicht aufs Korn nehmen. Das kommt ja einem Vergehen gegen die jagdliche Schonzeit gleich. So dick bepackt, wie die Damen und selteneren Herren keuchend ihre Einkäufe nach Hause schleppen! Als wären lauter Elterntiere zur Aufzucht ihrer Jungen auf Futtersuche. Und dann sind sie, wie der Waidmann weiß, ja tabu.

redaktion@vn.at