Im Land sind die Blutspeicher voll

Vorarlberg / 17.01.2017 • 20:35 Uhr
In Vorarlberg ist die Blutbank auch über die sozialen Medien mit ihren Spendern vernetzt und kann jederzeit auf sie zählen.  Foto: vn
In Vorarlberg ist die Blutbank auch über die sozialen Medien mit ihren Spendern vernetzt und kann jederzeit auf sie zählen. Foto: vn

Andere Blutbanken leiden. Vorarlberg hat in Tirol und Salzburg mit Konserven geholfen.

feldkirch. „Unsere Speicher sind voll. Es gibt in Vorarlberg keinen Mangel an Blutkonserven.“ Mit dieser erfreulichen Botschaft steht Primar Peter Fraunberger, Leiter der Blutbank im Landeskrankenhaus Feldkirch, derzeit allerdings ziemlich alleine da. In allen anderen Bundesländern neigen sich die Vorräte an dem lebensrettenden Saft nämlich dem Ende entgegen. Entsprechend dramatisch nahm sich der Hilferuf von Werner Kerschbaum, Generalsekretär des Österreichischen Roten Kreuzes, aus. „Bitte kommen Sie Blut spenden“, ersuchte er via Aussendung. Auch die heimische Blutbank hat bereits geholfen und Blutkonserven an die Blutbanken in Tirol und Salzburg geschickt. „Aber wir überbrücken damit nur wirkliche Notfälle“, betont Fraunberger, dass mit dem Blut der vielen Spender, die Vorarlberg hat, sehr sorgsam umgegangen wird. Außerdem sorgt ein wohl durchdachtes System dafür, dass immer genügend Blutkonserven vorhanden sind.

Begrenzte Haltbarkeit

Das Problem von Blutkonserven ist, dass ihre Haltbarkeit von Gesetzes wegen mit 42 Tagen begrenzt ist. Das ist ein Grund, warum es zu einem Rückgang von Lagerbeständen kommen kann. Andere Gründe sind Feiertage, Urlaubszeiten sowie Grippe- und Erkältungswellen, die das Spenderaufkommen drücken. „Nach einer Blutspende ist ein Spender acht Wochen gesperrt, damit sich neues Blut bilden kann. Stehen aufgrund solcher Faktoren weniger Spender zur Verfügung, ist ein Engpass nicht auszuschließen“, weiß auch Peter Fraunberger. Deshalb hilft die Blutbank Vorarlberg gerne hin und wieder aus, wenn es die Umstände erfordern. Doch das meiste Spenderblut bleibt im Land.

Rund 15.000 Blutkonserven werden pro Jahr benötigt, 500 bis 600 sind ständig lagernd. „Unser Vorteil ist, dass wir eine kleine Blutbank sind, die engen Kontakt zu den Spendern hält“, sagt Fraunberger. Jede Woche führt das Rote Kreuz in den Gemeinden zwei bis drei Blutspendeaktionen durch, auch in Schulen, Kasernen und bei der Polizei wird der wertvolle Saft lukriert. Geht eine Blutgruppe zur Neige, werden die nötigen Spender aktiviert: „Die sind ohne viel Fragen sofort da.“ Fraunberger nennt sie dankbar seine „stillen Stars“. 

Blutspender sind stille Stars. Sie helfen, ohne viel zu fragen.

Peter Fraunberger