Herumdoktern an der Pflege

Vorarlberg / 07.03.2017 • 22:02 Uhr
Bilder wie dieses sollen positive Stimmung für die neuen Pflegeausbildungen wie jene zum Fachassistenten machen.  
               Foto: khbg

Studium kann frühestens im Wintersemester 2018 starten. Feilen an Kooperationen.

Bregenz. Fix ist noch nichts, aber zumindest ein Infoblatt liegt schon auf. Damit bewirbt die Fachhochschule (FH) Vorarlberg das neue Bachelorstudium für den gehobenen Gesundheits- und Krankenpflegedienst. Vorbehaltlich der Zustimmung relevanter Gremien, wie in Klammer vorsorglich angeführt wird, kann der Studiengang frühestens im Wintersemester 2018 starten. Details zur Ausbildung wie Studienaufbau, Curriculum oder Anrechnungen stehen ebenfalls erst im November zur Verfügung. Gesundheitslandesrat Christian Bernhard ist jedoch überzeugt, dass der Starttermin hält. Derzeit würden sich Experten intensiv mit der Thematik befassen. Sowohl ihm wie auch der für Wissenschaft zuständigen Landesrätin Bernadette Mennel sei an einer möglichst engen Kooperation zwischen FH und den bestehenden Gesundheits- und Krankenpflegeschulen gelegen. Die Schaffung von Zusatzstrukturen an der FH schließt Bernhard aus. Begonnen werden soll mit 25 Studienplätzen.

Übergangsfrist bis 2024

Seit dem vergangenen Jahr gilt für die Pflege eine neue Ausbildungsverordnung. Sie umfasst die Ausbildung zur Pflegeassistenz (ein Jahr) sowie zur Pflegefachassistenz (zwei Jahre). Die dreijährige Diplomausbildung wird durch ein Bachelorstudium ersetzt. Die Gesundheits- und Krankenpflegeschule in Feldkirch

hat die

Assistenz-

ausbildungen bereits implementiert. 30 Teilnehmer umfasst die Klasse der künftigen Pflegeassistenten, 20 jene der Fachassistenten, die im April ihre Ausbildung beginnen. Für den Diplomlehrgang im Herbst werden 50 Schüler aufgenommen. Die Ausbildung erfolgt noch nach den alten Richtlinien. Für diese Ausbildung gilt zudem eine Übergangsfrist bis 2024, die vom Ministerium bei Bedarf verlängert werden kann.

Modelle mit Vorbildcharakter

Während bei der Pflegeassistenz sowie der Pflegefachassistenz also alles auf Schiene ist, befindet sich die Zukunft des gehobenen Fachdienstes noch etwas in der Schwebe. Andere Bundesländer haben sich da schon längst ihre eigenen Modelle gezimmert. Die meisten basieren auf einer Zusammenarbeit von Fachhochschulen und Krankenpflegeschulen. Etwas, das auch Direktor Guntram Rederer, Leiter der Schule in Feldkirch, forciert haben möchte. „Werden akademische und praktische Ausbildung geschickt zusammengeführt, wird das System nicht zerstört und kann wie bisher gut liefern“, meint er.

Denn eines sei klar: Alle Spitäler, über 60 Pflegeheime und 61 Hauskrankenpflegevereine werden den gehobenen Fachdienst brauchen. Christian Bernhard bestätigt: „Es gibt praktikable Modelle in Österreich, an denen wir uns sicher auch orientieren werden.“ Jetzt gelte es, den ersten Schritt zu machen und eine taugliche Zusammenarbeit zu etablieren. Auf das Ende in der bisherigen Form steuert hingegen die Psychiatrische Gesundheits- und Krankenpflegeschule in Rankweil zu. Im Herbst werden die letzten Schüler aufgenommen.

Wer sich für dieses Pflegefach interessiert, erhält künftig eine Basisausbildung. Die erforderliche Spezialisierung erfolgt über berufsbegleitende Module. Diese sollen am Standort in Rankweil angeboten werden. Auf dessen Erhalt besteht Bernhard. „Wir brauchen den Standort für das LKH Rankweil.“ Bei diesem Ausbildungszweig hätte er sich außerdem eine längere Übergangsfrist gewünscht. Personelle Engpässe befürchtet Christian Bernhard trotzdem nicht.

Studie zum Personalbedarf

Wie hoch der tatsächliche Personal- und Ausbildungsbedarf in Vorarlberg ist, soll eine derzeit laufende Studie aufzeigen. In deren Rahmen wird die personelle Ist-Situation erhoben und eine Prognose für den gesamten Bereich der Gesundheits- und Krankenpflege- sowie der Sozialbetreuungsberufe mit Pflegekompetenz erstellt. Konkrete Ergebnisse kündigt Bernhard für spätestens September an.