Kein Geld für Tierhilfe

Vorarlberg / 23.03.2017 • 21:23 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Rolf Santo-Passo und Rudi Längle sind sich einig:
Rolf Santo-Passo und Rudi Längle sind sich einig: „Landwirtschaft und Tierschutz vertragen sich nicht.“

„Unerträgliche Behördenwillkür“: Tierhilfe übt massive Kritik an Veterinärbehörde.

dornbirn. (VN-hrj) Den Rückzug von Tierschutzobmann Pius Fink nahm der Verein Tierhilfe Vorarlberg zum Anlass, um am Donnerstag die Medien über eigene Probleme zu informieren. Vereins­obmann Rudi Längle und Hauptsponsor Rolf Santo-Passo nahmen vor allem
die Landesveterinärbehörde ins Visier. Santo-Passo, ein 84-jähriger Liechtensteiner Jurist, hat in Vorarlberg mehrere Tierschutzprojekte initiiert und mitfinanziert, dazu gehört das von Rudi Längle (56) geführte Gut Bozenau, ein „Seniorenheim“ für ca. 100 Nutztiere.

Hauptsächlich ging es um „unerträgliche Behördenwillkür“, der Längle bzw. der Verein Tierhilfe ausgesetzt seien. Besonders lästig seien die vielen Anzeigen, die seitens der Veterinärbehörde immer wieder gegen Längle inszeniert würden. Dabei gehe es um Banalitäten, wie etwa um zehn Zentimeter zu kleine Boxen.

Santo-Passo bezeichnet das als „konzentrierte Aktionen“ gegen den Tierhilfe-Obmann, die auf „persönlichen Gründen“ des früheren Landesveterinärs und Tierschutzobmanns Erik Schmid basierten. Dessen Ehefrau Ulrike war kurze Zeit im Vorstand des Vereins Tierhilfe und sei „aus gewissen Gründen wieder entfernt“ worden. Und vor Jahren habe sich Santo-Passo geweigert, für Ulrike Schmid-Nuck  Ausbildungskosten in Höhe von 180.000 Euro zu übernehmen. Diese und noch andere Vorfälle hätten die Feindschaft zwischen Schmid und dem Verein Tierhilfe besiegelt. Für Santo-Passo steht fest, Schmids Ziel sei es, „dass Gut Bozenau verschwindet“.

„Landeshauptmann Wallner und Landesrat Schwärzler sagten 2013 noch, sie stehen hinter dem Projekt Gut Bozenau und wir bekommen Förderung.“ In den folgenden Jahren gab es auch Geld vom Land, doch aufgrund der laufenden Verfahren heiße es immer, „es geht jetzt nicht“. Das Tierseniorenheim braucht indes dringend finanzielle Unterstützung vom Land, „denn Futter und Infrastruktur sind teuer“, sagt Längle. Bei einem Jahresbedarf von mindestens 130.000 Euro stehen ihm lediglich 80.000 Euro zur Verfügung.

Tierschutz ins Bildungsressort

Santo-Passo und Längle sind der Meinung, dass der Tierschutz ins Bildungsressort gehört. Sie fordern daher, dass Schwärzler die Agenda an Landesrätin Bernadette Mennel abgibt. Schwärzler sei ein guter Vertreter der Landwirte, „aber Landwirtschaft und Tierschutz vertragen sich nicht“. Außerdem habe die Tierhilfe Vorarlberg mit Gut Bozenau einen Bildungsauftrag.