Im Endspurt
Also, jetzt aber: Endspurt! Die letzten Stunden vorbereiten. Ein Leben, so zwischen Proben fürs Musical in der zweiten und Quali-Prüfungen in der fünften Klasse. Sagen wir, drei „Patienten“ wackeln noch. Zwei hoffnungsvoll, nur für den Denis schaut‘s zappenduster aus. Herrgott! Das müsste nicht sein. Der ist doch wiff. Aber Fehlstunden hat er wie Sommersprossen. Dabei hat’s so gut angefangen! Dann, im Jänner, knickt der so was von ein … Was ist nur los mit dem Kerl?
Es braucht oft gar nicht so viel bei einem 15-Jährigen. Der ist ja ausreichend mit Überleben beschäftigt. Selbst eine Mathematiklehrerin kam nicht so alt zur Welt, dass sie nicht wüsste, wie grotesk einem 15-Jährigen der Lehrsatz des Pythagoras angesichts lebenswendender Fragen den eigenen Haarschnitt und die Wahl der richtigen Sneakers betreffend erscheinen mag. Wenn diese Lackel dann vor ihr an der Tafel stehen mit demselben Blick, den ihr eigener Sohn zur Schau trägt, wenn er wieder mal beim Rasenmähen die Gänseblümchenkolonie gemeuchelt hat, dann fällt es ihr schwer, ernst zu bleiben. Letzte Erkenntnis eines Schuljahrs: Wer gerne unterrichtet, mag seine Rasselbande. Und leidet mit. Oft mehr als das vermeintliche Opfer pädagogischer Willkür.
All jenen Lehrerinnen und Lehrern also, die wie das Auge im Orkan inmitten des Bildungsreformgetöses die Ruhe bewahrt und auch heuer einen guten Job hingelegt haben, an dieser Stelle jetzt schon: Schöne Ferien! Sie haben sie verdient.
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