Kunstwerke aus der Sprühdose

Vorarlberg / 14.06.2017 • 18:52 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Sprayer Georgios (l.) und Alex (2. v. r.) mit den Jugendarbeitern René Kaufmann und Damiana Haid.  Foto: VN/Steurer
Die Sprayer Georgios (l.) und Alex (2. v. r.) mit den Jugendarbeitern René Kaufmann und Damiana Haid. Foto: VN/Steurer

Professionelle Graffiti-Sprayer gestalten die Fassade des Jugendzentrums Between neu.

Bregenz. Im autonomen Jugend- und Kulturzentrum Between in Bregenz ist in dieser Woche mächtig was los. Acht Graffiti-Künstler aus dem deutschsprachigen Raum sprühen beim „Street Art Festival“, was das Zeug hält, frei nach dem Motto „Sprayen erlaubt“. Ihr Ziel? Die Fassade des Hauses gemeinsam mit interessierten Jugendlichen  in neuem Glanz erstrahlen zu lassen.

Bereits Anfang der Woche begannen die Vorbereitungen für das große Projekt, das anlässlich des 30-jährigen Jubiläums des Jugendzentrums realisiert wird. Zuerst galt es, die alten Graffiti mit Farbe zu übermalen, um Platz für neue bunte Kunstwerke aus der Sprühdose zu schaffen. Ab heute sind die Jugendlichen selbst dazu eingeladen, die Spraydose unter Anleitung der Profis in die Hand zu nehmen. „Unser Ziel ist es, mit dieser Aktion den Zusammenhalt bei den Jugendlichen zu stärken. Sie dürfen nämlich selbst mitbestimmen, wie die Fassade am Ende aussieht“, betont Jugendarbeiterin Damiana Haid. Während des Festivals, das noch bis Samstag dauert, erfahren sie außerdem im Rahmen von Workshops, wie Graffiti entstehen, was „Street Art“ bedeutet und welche unterschiedlichen Styles und Formen zur Anwendung kommen können. Auch Stencil-Workshops, Kurse zur Schablonenkunst, stehen in dieser Woche auf dem Programm. „Auch all jene, die noch nie eine Spraydose in der Hand gehalten haben, können also mitmachen“, erklärt die Jugendarbeiterin.

Viele Vorurteile

Graffiti-Künstler Alex (36) sprayt schon seit 21 Jahren, und war schon einmal bei der Umgestaltung der Fassade dabei. Oftmals trifft der talentierte Sprayer aber auf Vorurteile: „Graffiti sind eine Kunstform, die leider wenige als solche bezeichnen. Bei Street Art Festivals habe ich die Möglichkeit zu zeigen, welch schöne Bilder daraus entstehen können“, erzählt er. Auch der 25-jährige Georgios aus Berlin war gleich von der Idee angetan, beim Projekt mitzuwirken. „Ich spraye seit acht Jahren. Hier muss man keinen Richtlinien folgen, man kann zeigen, wie vielfältig Kunst sein kann.“

Bis Ende der Woche steht auch musikalisch einiges auf dem Programm. „Neben einem Konzert der Svetlanas dürfen sich Jugendliche auf DJ-Sound und einen Open-Mic-Abend freuen“, gibt Haid einen Vorgeschmack.

Beim Sprayen muss man keinen Richtlinien folgen, man kann zeigen, wie vielfältig Kunst sein kann.

Sprayer georgios

„Street Art Festival“ im Jugendzentrum Between läuft noch bis
17. Juni. Konzert Svetlanas: 16. Juni,
21 Uhr. Programm auf Facebook