Geld ist kein Kinderspiel
Es ist diese Selbstverständlichkeit, die einen stutzig macht. Die Kleine ist keine zehn Jahre alt. Hat gerade zwei Päckchen Kaugummi aufs Förderband gelegt, jetzt zückt sie die Kreditkarte. Bar zahlen kommt ihr nicht in den Sinn. Seine „Creditcard“ findet das deutsche Urlaubermädel super praktisch. Da lädt Mama Geld rauf und sie kauft damit ein. Geldscheine und Münzen sind in ihren Augen in etwa so out wie der Telefonapparat mit Wählscheibe.
Sind sie das? Gut, Erzählungen darüber, wie in Europa früher einmal lettische Lats in spanische Pesetas gewechselt wurden, vermögen kaum Sammler zu begeistern. Die Erinnerung an millionenschwere Urlaube in italienischer Lira erheitern die Generation 50 plus, wenn überhaupt. Da scheint die Zukunft doch verlockender, die quasi alles auf eine Karte setzt. Und bald schon vielleicht überhaupt in einen Code ummünzt, den man am Handgelenk trägt. Die Bezahlung mittels kleiner Geste – sauber, schnell und unkompliziert.
Die EU-Kommission hat zuletzt die Europäer über die Einführung einer Bargeldobergrenze befragt und in Österreich und Deutschland viel Ablehnung geerntet. Noch melden sich offenbar jene zu Wort, die mit Taschengeld und Sparschwein aufgewachsen sind. So wie wir; Sie können doch auch noch nachspüren, wie sich die erste eigene Münze angefühlt hat? Dann schauen wir zu, dass wir bei aller Zukunftsgläubigkeit nicht versehentlich auch den Bezug zum Geld auf den Müll kippen.
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