Zielgruppe Hobbykrieger
Natürlich wirkt Technik faszinierend. Aber erklärt das hinreichend die Lüsternheit, mit der heutzutage Mordwerkzeuge medial Verbreitung finden? Kaum ist eine neue Laserkanone am Markt, schon erlauben Videos dem Publikum rund um den Erdball, Einschlag und Wirkung online mitzuerleben. Was da präziser als jede Kugel kleine Boote atomisiert, ist zudem recht preisgünstig zu kriegen. Rambo-Spielzeug für jedermann, wie wundervoll!
Da ist es im Grunde nur folgerichtig, wenn auflagenstarke Motorzeitschriften gleich neben Kindersitztests, Wohnwagen und Traktoren auch Panzern einen festen Platz einräumen. Wer weiß schon, wonach Papi bei der nächsten Neuanschaffung der Sinn steht? Ganz ähnlich einem richtigen Autotest erfährt er hier schon mal alles Wissenswerte über das heiße Eisen, wobei sich das Wort „Höchstgeschwindigkeit“ auf die Munition bezieht und „Reichweite“ mit tödlichem Beigeschmack serviert wird.
Aber vielleicht ist ihm das millionenschwere Teil, dessen Cockpit „stark an Tesla, Mercedes oder BMW erinnert“, dann doch zu teuer. Macht nix. Den passenden Kalender („Krasse Girls räkeln sich auf Panzerstahl“) gibt‘s schon mal gratis. Die Frage ist: Was folgt als nächstes? Trumps Flugzeugträger in der Yacht Revue? Wie krank ist das eigentlich?
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