Ein Zentrum in Bregenz als erster Schritt zur Integration

Anfang des Jahres eröffnete das Büro des Integrationsfonds in Bregenz. Die Aufgaben sind vielfältig.
Bregenz. (VN-mip) Integration braucht Strukturen. Diese bietet in Österreich der Österreichische Integrationsfonds (ÖIF). Seit Anfang des Jahres ist er mit einem Büro, Integrationszentrum genannt, in Vorarlberg in Bregenz vertreten. Erhält ein Asylwerber den Status eines Bleibeberechtigten, führt sein erster Weg dorthin. Er erhält eine Beratung, unterzeichnet die Integrationserklärung des Bundes und kommt später wieder, um einen Wertekurs zu besuchen. Seit Jahresbeginn hat der ÖIF rund 500 Flüchtlinge beraten. Im Juni trat das neue Integrationsgesetz in Kraft, wodurch diese Gespräche verpflichtend wurden. Auch die Werte- und Orientierungskurse sind es, weshalb der Zulauf zugenommen hat, erklärt Roland Goiser, stellvertretender Geschäftsführer, im VN-Gespräch.
40 Wertekurse
„Würde ist ein altes Wort für Werte“, erklärt der Vortragende Namens Martin. Ein Dolmetscher übersetzt auf Arabisch. Martin fährt fort, er spricht über die Entwicklung von Rechtsstaat und Demokratie: „Der Wohlstand in Österreich ist nicht vom Himmel gefallen. Es war ein langer Prozess.“ Wieder übersetzt der Dolmetscher. Zwölf Syrer und ein Somalier lauschen den beiden Vortragenden. Dieser Werte- und Orientierungskurs dauert den ganzen Tag, am Ende gibt‘s ein Zertifikat. „Aber nicht nur fürs Drinsitzen“, betont Goiser.
Allerdings meine er damit einen sehr niedrigen Prozentsatz. 40 Kurse mit insgesamt 500 Teilnehmern hat der ÖIF im Land bereits durchgeführt. Im Integrationszentrum arbeiten fünf Personen, zudem absolviert ein Flüchtling ein freiwilliges soziales Jahr, wie Julia Medina erläutert. Sie leitet die Integrationszentren von Tirol und Vorarlberg und ist überzeugt: „Ein großer Vorteil ist, dass viele unserer Mitarbeiter einen Migrationshintergrund haben.“ Sie lobt die Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen in Vorarlberg und betont: „Unser Angebot wird sehr gut angenommen.“
Schon während des ersten Beratungsgesprächs müssen die Flüchtlinge eine Integrationserklärung unterzeichnen, auch das ist seit Juni Gesetz. Sie verpflichten sich darin zur Teilnahme an Werte- und an Deutschkursen. 171 Erklärungen wurden seit Juni im Bregenzer Büro unterschrieben. Übrigens: Die Erklärung ist nicht zu verwechseln mit der Integrationsvereinbarung des Landes.











