Als fünf Lustenauer an der Olympiade teilnahmen

Gemeindearchiv
Fünf Vertreter der Marktgemeinde kämpften um Medaillen.
Lustenau Der Sport hat in Lustenau immer schon eine große Rolle gespielt. Ein Höhepunkt in der Sportgeschichte der Marktgemeinde aber war die Teilnahme von fünf Sportlern aus Lustenau an der Olympiade vor 81 Jahren. Es waren dies die Turner Pius Hollenstein und Adolf Scheffknecht, der Schütze Alfred Hämmerle, der Radrennfahrer Rudolf Huber und der Fußballspieler Ernst Künz.
Am erfolgreichsten bei den Spielen war Ernst Künz, der mit dem österreichischen Nationalteam als Verteidiger von einem Sieg zum nächsten eilte und sogar in internationalen Zeitungen lobend erwähnt wurde. Erst im Finale am 16. August 1936 mussten sich die Österreicher den Italienern vor 100.000 Besuchern in der Verlängerung geschlagen geben.
„Er war der einzige Vorarlberger Sportler, der vor dem Zweiten Weltkrieg bei Olympischen Sommerspielen eine Medaille erringen konnte“, schreibt Dr. Wolfgang Scheffknecht, Leiter des Gemeindearchivs, in der von ihm verfassten Chronik „100 Jahre Marktgemeinde“. Künz war auch in der Vorarlberger Kickerszene über Jahre hinweg einer der Besten. So konnte er mit dem FC Lustenau eine Reihe von Titeln erringen. Er wurde fünfmal in die Vorarlberger Landesauswahl berufen und spielte auch bei Eintracht Frankfurt.
Rudolf Huber, Mitglied des RV Rheindorf, zählte in den 30er-Jahren zur Spitze der österreichischen Rennradelite. Aufgrund hervorragender Platzierungen wurde er für die Olympischen Spiele nominiert. Auf große Erfolge konnte auch der Schütze Alfred Hämmerle verweisen.
Im Turnsport mischten die Lustenauer Athleten über Jahrzehnte in der ersten Liga mit. Zwei von ihnen waren Pius Hollenstein und Adolf Scheffknecht. Beide waren bei großen Wettkämpfen erfolgreich und wurden deshalb in die Olympiamannschaft aufgenommen.
Zwei der Olympioniken aus Lustenau sollten den Zweiten Weltkrieg nicht überleben. Adolf Scheffknecht fiel in Sabad an der Liza, Ernst Künz ist seit 1944 in Litauen vermisst. HA
