Jedes fünfte Kind mit Übergewicht

Vorarlberg / 16.10.2017 • 20:20 Uhr
Das sieht zwar lecker aus und mag dem jungen Mann auch gut schmecken, auf Dauer kann diese Form der Ernährung aber für kräftiges unerwünschtes Gold auf den Hüften sorgen.
Das sieht zwar lecker aus und mag dem jungen Mann auch gut schmecken, auf Dauer kann diese Form der Ernährung aber für kräftiges unerwünschtes Gold auf den Hüften sorgen.

aks steuerte über 120.000 Daten zu internationaler Studie bei.

Bregenz Übergewicht ist und bleibt ein brisantes Thema bei Kindern und Jugendlichen. Das belegte auch eine jüngst veröffentlichte Studie (die VN berichteten). Weltweit wurde die Entwicklung von Über- und Untergewicht beim Nachwuchs zwischen fünf und 19 Jahren in den vergangenen 40 Jahren erhoben, mit maßgeblichem Einfluss von Daten aus Vorarlberg. Über 120.000 Daten flossen aus der Datenbank des aks in die Studie ein, was einem Anteil von rund 80 Prozent entspricht. „Es handelt sich um Daten aus Schuluntersuchungen der Jahre 2004, 2008, 2012 und 2015/16“, erklärt Hanno Ulmer. Der gebürtige Vorarlberger ist Biostatistiker an der MedUni Innsbruck und Mitautor der Studie, die Österreich unter vergleichbaren Ländern bei den Buben im Mittelfeld und bei den Mädchen im vorderen Drittel sieht.

Ost-West-Gefälle

Konkret ist der Anteil stark übergewichtiger bzw. adipöser Buben von 2,8 auf 11,3 Prozent gestiegen, jener der Mädchen von 1,6 auf 6,1 Prozent. Wie die Situation in den einzelnen Bundesländern aussieht, wurde nicht im Detail erhoben. „Das Ergebnis für Österreich kann aber auf Vorarlberg umgelegt werden“, sagt Hanno Ulmer. Demnach plagt sich fast jedes fünfte Kind im Land mit Übergewicht ab. Diese Zahl bestätigt auch aks-Präsident Hans Concin. Allerdings werde schon seit Längerem ein Ost-West-Gefälle vermutet, was Vorarlberg zumindest ein bisschen besser dastehen ließe, räumt Ulmer ein. In diesem Zusammenhang verweist er auf die Daten aus der Schweiz, wo die übergewichtigen Buben sieben Prozent und die übergewichtigen Mädchen 4,6 Prozent ausmachen.

Warum Buben anfälliger für Übergewicht sind als Mädchen, ist laut dem Statistik-Experten nur schwer zu erklären, zumal es im Rahmen der Studie auch keine Ursachenforschung gegeben hat. Mit verschiedenen Maßnahmen, die schon ab dem Kindergartenalter das Bewusstsein für Bewegung und gesunde Ernährung schüren sollen, wird seit Jahren versucht, den Trend umzukehren.

Begehrte Daten

Bei der im renommierten Medizinjournal „Lancet“ erschienenen Studie handelt es sich den Aussagen von Hanno Ulmer folgend um die größte Studie, was die verwendeten Datensätze betrifft. Und es ist nicht die erste, bei der sich Vorarlberg mit Gesundheitsdaten so umfassend einbringt. Bereits vier Mal hat das britische Imperial College, eine der forschungsstärksten Universitäten, auf die international begehrte aks-Datenbank zurückgegriffen.

„Das Ergebnis für Österreich kann auf Vorarlberg umgelegt werden.“

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