Die wichtigere Frage
. . . und dann wären da noch die nicht mehr ganz so jungen Paare, deren Weihnachtsfest sehr routiniert verläuft. Die Kinder werden zu Besuch sein. Abendmenü, Geschenke, Christbaum – es ist alles organisiert und atmet einen gewissen Wohlstand, der sich über die Jahre verfestigt hat.
Kein Zweifel: Die haben es geschafft. Sind aus dem Gröbsten raus, werden eben von der Werbung entdeckt als „Best Agers“. Vermutlich sind beide in Vereinen aktiv – sie mildtätig, er gesellig – und halten einen kleinen Hang ins Luxuriöse gut verborgen. Der tritt nur dann zutage, wenn er mit schlecht verhohlenem Stolz ein Fläschchen aus der Weinsammlung kredenzt. Er sammelt doch Weine, tut man das nicht in diesen Kreisen?
Die viel entscheidendere Frage wird freilich sein, ob es auch bei ihnen heuer Weihnachten wird. Nicht der Geschenke wegen, die sind opulent. Aber gelingt es ihnen, nach all den Jahren das feine, hartnäckige Gespinst der Beiläufigkeit abzustreifen? Werden sie einander nah sein? Vielleicht gar kostbar nah?
Thomas Matt
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