Häusle-Sanierung läuft im Eiltempo

Vorarlberg / 25.01.2018 • 19:32 Uhr
Bei Häusle wurde nach Bekanntwerden der illegalen Aktivitäten auf dem ganzen Areal nach den entsorgten Stoffen gesucht.VN/HB
Bei Häusle wurde nach Bekanntwerden der illegalen Aktivitäten auf dem ganzen Areal nach den entsorgten Stoffen gesucht.VN/HB

Staatsanwaltschaft ist noch immer mit der Schuldfrage für illegale Deponien beschäftigt.

Lustenau Fast zwei Jahre ist es her, dass beim Abfallwirtschaftsunternehmen Häusle illegale Deponien entdeckt wurden. Es waren hauptsächlich Plastikteile, die verbotenerweise in die Erde verbracht worden waren. Häusle geriet dadurch ins Visier von Behörden, Land und Staatsanwaltschaft. Erkundungsbohrungen brachten das Ausmaß der illegalen Aktivitäten zutage. 15.000 Tonnen nicht bescheidkonform verbrachter Problemstoffe lagen an verschiedenen Stellen des Häusle-Areals.

Es geht schneller

Sie tun das nicht mehr lange: „Die Sanierung hat bereits begonnen. Wir sind sogar schneller unterwegs als vorgesehen“, berichtet Thomas Habermann, Häusle-Bereichsleiter und für die vom Land angeordneten Sanierungsmaßnahmen zuständig. Der frühere Geschäftsführer hatte schon die Erkundungsbohrungen begleitet und leitete das Krisenmanagement in der für Häusle schwierigen Zeit. Die jetzigen Aktivitäten werden von den für die Abfallwirtschaft zuständigen Experten des Landes begleitet. Auch sie bestätigen die zügige Durchführung der Sanierung. Geht es in diesem Tempo weiter, kann die Sanierung noch bis Ende dieses Jahres abgeschlossen werden.

Zusätzlich zur Sanierung beabsichtigt der neue Eigentümer Loacker, beim großen Shredder
eine Umweltverträglichkeitsprüfung durchführen zu lassen. Ebenfalls im Gang ist die Sanierung der Biovergärungsanlage, die den Experten immer wieder Kopfzerbrechen bereitet hatte.

Strafbescheide beeinsprucht

Harald Dreher, Chef der Abteilung Abfallwirtschaft, bestätigt den erfolgreichen Start der Sanierungsarbeiten auf dem Häusle-Areal. „Mit Ausnahme einer geringen Menge wird alles illegal verbrachte Material ausgebaut“, kündigt Dreher an. Jene Stoffe, die man nicht ausgräbt, befänden sich in der Nähe von sensiblen Gasleitungen und würden keinerlei Gefahr bedeuten. Dreher lobt die Kooperationsbereitschaft von Häusle. „Alles, was wir vom Land verfügt haben, ist rechtens und wird auch so gemacht“, sagt Dreher. Dass Häusle gegen mehrere Strafbescheide der Bezirkshauptmannschaft Dornbirn Berufung eingelegt habe, sei eine andere Sache.

Nichts Neues aus Feldkirch

Nichts Neues gibt es von der Staatsanwaltschaft Feldkirch, die die illegalen Aktivitäten bei Häusle untersucht und dabei vor allem Licht in die Schuldfrage bringen soll. Standard-Statement von Staatsanwaltssprecher Heinz Rusch zur Causa: „Wir sind noch nicht fertig. Die Angelegenheit ist sehr komplex. Ich kann auch nicht sagen, wie lange es noch geht.“ Stellungnahme von Umweltlandesrat Johannes Rauch: „Ich wundere mich, wie lange die Staatsanwaltschaft dafür braucht.“

Die Schadensersatzforderungen der früheren Geschäftsführer Wieland Hofer und Martin Bösch gegen ihren Nachfolger Thomas Habermann aufgrund vermeintlich falschen Krisenmanagements scheinen im Sand zu verlaufen. „Ich habe nie mehr etwas davon gehört. Ich denke, das ist vom Tisch“, sagt Habermann.

„Alles, was wir vom Land verfügt haben, ist rechtens und wird auch so gemacht.“

Häusle-Sanierung läuft im Eiltempo