Vom Grippevirus einfach lahmgelegt

Vorarlberg / 08.02.2018 • 19:53 Uhr
Die Türe der Raiba-Filiale Unterfeld in Lauterach blieb für die Kunden diese Woche grippe- und urlaubsbedingt zu. vn/steurer
Die Türe der Raiba-Filiale Unterfeld in Lauterach blieb für die Kunden diese Woche grippe- und urlaubsbedingt zu. vn/steurer

Bankfiliale in Lauterach blieb wegen Krankheitsfällen und Urlaub eine Woche zu.

lauterach Die Grippeviren treiben weiter ihr Unwesen. Zwar gibt es im Vergleich zur letzten Influenzasaison in Vorarlberg bislang deutlich weniger gemeldete Fälle von Grippe und grippalen Infekten. Aber die haben es zuweilen in sich. In Lauterach beispielsweise wurde eine Filiale der Raiffeisenbank am Bodensee lahmgelegt. Die Grippe und bereits angemeldete Urlaube für die Semesterferien ließen den Personalstand derart schrumpfen, dass die Filiale Unterfeld geschlossen wurde. Am gestrigen Donnerstag musste auch das Haupthaus in Hard mit gerade einmal zwei Schalterangestellten das Auslangen finden. „Es ist personell eng geworden“, bestätigt Norbert Baschenegger, Vorstand der Raiba Bodensee. Deshalb habe man sich entschlossen, eine Filiale zu schließen. Die Kunden hätten sich sehr verständnisvoll gezeigt, sagt Baschenegger, zumal es sich nur um eine vorübergehende Maßnahme handle. Am Montag soll die Filiale wieder ihre Pforten öffnen.

Langsamer Anstieg

Insgesamt nehmen die Krankmeldungen nur langsam zu. Bei der Vorarlberger Gebietskrankenkasse (VGKK) sind in der vergangenen Woche 2190 Krankmeldungen mit der Diagnose Grippe oder grippaler Infekt eingegangen. 2017 waren es im gleichen Zeitraum 2589 Krankmeldungen. Eine Woche davor wurden 2108 Krankmeldungen gezählt (2017: 2770). Laut Vorsorgemediziner Günter Diem dürfte die aktuelle Grippesaison noch nicht ausgestanden sein. „Es wird wohl noch einige Wochen zu Krankheitsfällen kommen“, vermutet er. Dabei spiele es keine Rolle, ob es draußen kalt oder schon wärmer ist. „Anfang des Jahres zirkulieren die Grippeviren eben in unseren Breiten“, lautet die einfache Begründung. Dass auch geimpfte Personen hin und wieder an Grippe erkranken, sollte nach Meinung des Arztes niemanden davon abhalten, sich vor der kommenden Influenzasaison den schützenden Stich setzen zu lassen. „Eine einmalige Impfung wirkt nicht bei jedem zu 100 Prozent, aber die Erkrankungswahrscheinlichkeit wird geringer“, erklärt er. Als ideal für eine Grippeimpfung nennt Günter Diem den Zeitraum von Ende November bis Ende Dezember.  

Stark frequentiert

Die Mitarbeiter der Gesundheitshotline 1450 werden ebenfalls ordentlich auf Trab gehalten. „Es gibt Tage mit über 50 Beratungen“, berichtet der stellvertretende Leiter der Rettungs- und Feuerwehrleitstelle (RFL), Adi Rohrer. Bei durchschnittlich zehn Minuten, die ein Gespräch in Anspruch nimmt, heißt das Dauereinsatz für das Personal. Bei Bedarf wird laut Rohrer die Anzahl verdoppelt oder es werden Mitarbeiter der Notfallleitstelle für den Dienst am Telefon der Gesundheitshotline eingeteilt. Im Normalbetrieb ist ein Mitarbeiter pro Schicht in der Gesundheitsberatung tätig. Eine Schicht dauert zwölf Stunden.

Auch insgesamt verzeichnet die Hotline steigende Frequenzen. „Seit Weihnachten hat die Intensität nicht mehr nachgelassen“, erzählt Rohrer. „Die Rückmeldungen aus den Krankenhäusern bestätigen den Nutzen des im Herbst eingerichteten Lenkungsangebots. Jene Patienten, denen empfohlen wurde, ein Krankenhaus aufzusuchen, waren laut den dortigen Ärzten alles indizierte Fälle“, sagt Rohrer.

„Es wird wohl noch einige Wochen lang zu Krankheitsfällen kommen.“

Vom Grippevirus einfach lahmgelegt