Thomas Matt

Kommentar

Thomas Matt

Eiskalt erwischt

27.02.2018 • 17:29 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Fehlte nur noch der Aufruf zur Lebensmittelbevorratung: Kaufen Sie Mehl und Dauerwurst für wenigstens fünf Tage ein, denn auf dem Weg zum Nahversorger könnten Sie kommende Woche leicht am Gehsteig festfrieren.

Kein Zweifel: Die Temperaturen beflügelten die veröffentlichte Meinung ganz ungemein. Inbrünstig beteten die Redakteure zum „Wettergott“, den sie so oft schon neben dem guten alten Petrus in Szene gesetzt hatten, und sie wurden mit Eingebungen wie „Sibirien-Peitsche“ und „Kälte-Hammer“ belohnt. Kriegerische Charaktere schickten den Winter in die letzte Schlacht. Die Fantasievollen addierten zu den schlimmsten Vorhersagen noch eisige Winde dazu und hatten mit gefühlten minus 50 Grad die eisig-rote Nase vorn.

Ja, es ist Winter und im Winter kann es kalt sein. Mitunter schneit es sogar. Glatteis gibt es auch. Als nächstes kommt dann der Frühling. Dann wird es tauen und sprießen und vermutlich sogar warm werden. Sind das dann Anzeichen der ersten Hitzewelle nebst einer explosionsartigen Vermehrung von Grün? Was sind wir doch für eine hysterische Gesellschaft geworden.

Thomas Matt

redaktion@vn.at