Ein Kreuz für das Kreuzjoch

Es soll Bergfreunde an den seligen Carl Lampert erinnern.
Feldkirch Sonntagsspitze oder Kreuzjoch? Auf welchem Berg sollte dieses ganz besondere Gipfelkreuz künftig thronen? Die Wahl fiel, auch wegen der leichteren Erreichbarkeit, auf das 2261 Meter hohe Kreuzjoch in der Gemeinde Vandans. So wird ab September 2018 ein dem Gebetskreuz des selig gesprochenen Carl Lampert nachempfundenes Gipfelkreuz den Berg im Wandergebiet am Golm zieren. „Carl Lampert ist der Beschützer unserer Diözese. Deshalb wollten wir ihn in das 50-Jahr-Jubiläum einbeziehen“, erklärt Generalvikar Rudolf Bischof.
Eine wichtige Reliquie
Den Anstoß zum Kreuz für das Kreuzjoch gab ein ehemaliger Zivildiener der Diözese. Valentin Alge besann sich bei der Ideenfindung auf seine eigene Leidenschaft zu den Bergen und sondierte, wo es noch Gipfel ohne Kreuz gibt. Der Lustenauer machte im Rätikongebiet drei markante Erhebungen aus. Alsbald werden es nur noch zwei sein. Noch existiert das Carl Lampert-Kreuz erst als fragiles Modell. In seiner vollen Größe wird es 4,10 Meter hoch und beim Querbalken zwei Meter breit sein. Das Grundgestell besteht aus Formrohr, das mit Rundstäben umwickelt ist. Die Fertigung erfolgt in der Schlosserei von Wolfgang Bartl in Nüziders.
Ihn zeichnet ebenfalls die Liebe zu den Bergen und zur Hilfe für andere aus. Carl Lampert, der damals in einem Gefängnis in Halle einsaß, bastelte sein Kreuz aus Draht und fixierte es auf einer Zündholzschachtel.
Dieses Kreuz, ein Kleidungsstück, die Brille und die Urne: Mehr ist vom Leben des Göfner Priesters nicht geblieben. Deshalb stellt das Gipfelkreuz für die Diözese eine wichtige Reliquie dar, wie Rudolf Bischof sagt. „Früher wurden Gipfelkreuze im Gedenken an die Opfer des Krieges aufgestellt“, erzählt der Generalvikar. Auch im Montafon sei viel passiert, als Menschen auf der Flucht waren. Das Carl-Lampert-Kreuz am Kreuzjoch soll daran gemahnen.
Aber so ein Gipfelkreuz aufstellen ist nicht einfach. Auch dafür braucht es Bewilligungen, so nach dem Naturschutz- sowie dem Raumplanungsgesetz. „Die Grundeigentümer und die Gemeinde müssen ebenfalls zustimmen“, erläutert Valentin Alge, derzeit Student für Kulturtechnik und Wasserwirtschaft an der Boku in Wien, das Prozedere. Diese zu organisieren nahm ihm Gebhard Barbisch, ehemals Leiter der Bergrettung und Mitarbeiter in der Diözese, ab. Die Weihe des Kreuzes erfolgt beim „Fest am See“ am 26. Mai 2018 in Bregenz, die Aufstellung wird mit einer Gipfelmesse am 11. September 2018 gefeiert. Den Transport nach oben übernimmt ein Hubschrauber.
Vergänglich und klein
Und was ist dem Berggeher ein Gipfelkreuz? „Neben der ganz banalen Tatsache, dass es einen Zielpunkt darstellt, wenn man unterwegs ist, bedeuten Kreuze am Gipfel für mich immer auch eine Erinnerung an die Vergänglichkeit des Menschen und seine Kleinheit im Weltenrund. Hand in Hand gehen damit Dankbarkeit und Demut, insbesondere für die großartige Schöpfung, die uns geschenkt wurde und für die wir Sorge zu tragen. In Momenten, in denen ich alleine am Berg bin, sind Gipfelkreuze aber auch Orte zum Stillwerden, Betrachten, Dankbarsein“, schildert Valentin Alge seine Empfindungen. Generalvikar Rudolf Bischof stöbert gerne in den Gipfelbüchern.
Da findet sich so mancher weise Spruch. Vor allem jedoch stellen Gipfelkreuze für ihn eine wunderbare Verbindung zwischen Himmel und Erde dar.