Keine Angst
Der Sommertag breitete einen hinreißenden Sonnenuntergang unter Händels Halleluja. So ging das Fest am See ins Finale. Mitten im Gewühl der Menschen stand ein Pfarrer und trug kindliches Staunen in den Augen. Die Diözese hatte Geburtstag gefeiert. Aber so hatte er sich das nicht vorgestellt. Oder sollte man sagen, zu träumen gewagt? Sein Alltag sieht anders aus. Manchmal Familiengottesdienst, dann wieder eine Handvoll Betagte, kaum mehr als 30 Menschen in der großen Kirche. Das mediale Grundrauschen über Austritte und Kirchenbeitrag rüttelt am Nervenkostüm. Leicht ist das nicht. Aber dieser Samstag ist anders. Predigten ernten Beifall. An der „Wall of fame“ der Jugend gehen die Sterne aus. 1000 Kinder tanzen. Zaungäste erfasst das Gewusel vor und im Festspielhaus, schleudert sie richtig durch und gibt sie hinten wieder frei. Was war das nochmal, Kirche? Ist die nicht alt und out? Nein, diese Kirche ist jung und fröhlich. Und sie ruft den Menschen zu: Nur keine Angst, ihr seid nicht allein! Ziemliche Punktlandung, dieses Fest!
Thomas Matt
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