Das Einmaleins für einen gelungenen Schulstart

27.08.2013 • 19:14 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Mit Freude in die Schule starten: Von Beginn an zählt, eine angenehme Atmosphäre zu schaffen. Foto: stiplovsek
Mit Freude in die Schule starten: Von Beginn an zählt, eine angenehme Atmosphäre zu schaffen. Foto: stiplovsek

4471 Vorarlberger Kinder werden heuer mit dem Abenteuer Schule beginnen.

Bregenz. (VN-hk) Es ist ein Meilenstein in einem Leben. Der erste Schultag, das erste Schuljahr. Von . . . bis . . . wird es später in jedem Lebenslauf unter der Rubrik Schulausbildung in der ersten Zeile heißen. Der Ernst des Lebens beginnt, hat man früher zum Schulstart immer gesagt. Pädagogisch und psychologisch schlecht sei das, sagt man heute.

Der Zauber der Frischlinge

Wie auch immer: Den 4471 Vorarlberger Kindern in voraussichtlich 926 Klassen, die sich ab 9. September auf die gesetzlich verpflichtende Bildungsreise begeben, ist sehr wohl bewusst, dass da jetzt etwas Neues für sie beginnt. Etwas, das auch gewisse Verpflichtungen beinhaltet. Einer, der sich sehr gut in diese jungen Seelen hineinversetzen kann und die Ängste genauso versteht wie die kindlichen Freuden, ist Erich Konzett (59), Volksschullehrer an der Volksschule Dorf in Schruns. Dutzenden ersten Klassen stand der erfahrene Pädagoge bereits vor, doch noch immer üben die schulischen Frischlinge auf ihn einen besonderen Zauber aus. Wie macht man das mit Erstklässlern, Erich Konzett?

Identifikation

„Es hat jeder Lehrer natürlich seinen eigenen Stil“, räumt der Volksschullehrer ein. „Ich versuche zuerst, das Vertrauen der Kinder zu gewinnen und ihnen die Schule als einen Ort nahezubringen, an dem sie sich wohlfühlen. Ich gestalte die Klasse deshalb nicht selbst. Ich lasse sie von den Kindern gestalten und Sachen bringen, die ihnen gefallen. Es soll von Beginn an eine angenehme Atmosphäre herrschen.“ Konzett versucht so, die Taferklassler so gut wie möglich zu motivieren und sie zu unterstützen. „Ich frage sie auch: ‚Wo wollt ihr sitzen?‘“ Es sei sehr wichtig, sofort eine Identifikation mit der Klasse zu schaffen. Immer wieder positiv überrascht ist der Lehrer mit dem weißen Rauschebart, wie sozialisiert die Kinder vom Kindergarten in die Schule kommen. „Da ist an sozialem Verhalten schon sehr viel ausgeprägt, was die Gemeinschaft stärkt.“

Die Tücken

Dass ein erstes Schuljahr auch seine Tücken haben kann, streitet Konzett nicht ab. „Wenn Eltern und Lehrer nicht an einem Strang ziehen, kann das etwas schwierig werden“, weiß der 59-Jährige. Während früher die Eltern den Lehrern in der Schule noch das Feld überließen, so habe sich das heutzutage geändert. „Lehrer und Eltern kommunizieren in den meisten Fällen viel enger miteinander. Da kennt man einander bald sehr gut.“ Ganz genau weiß der Lehrer-Routinier, wie anstrengend der Wechsel eines Kindes vom Kindergarten in die Schule ist. „Die Kinder müssen jetzt pünktlich da sein, sie haben über 20 Stunden pro Woche. Das ist für sie sehr fordernd.“

Infos über Anfänger

Einen „liebevollen Empfang“ für die Schulanfänger wünscht sich daher auch die Landesschulinspektorin für Pflichtschulen, Karin Engstler (58). „Wie genau der aussieht, ist natürlich Sache der Schule und der jeweiligen Lehrer.“ Als großen Fortschritt sieht Engstler auf alle Fälle die bereits im Vorfeld des Schuleintritts eingeholten Informationen über die Erstklässler. Seit zwei Jahren gibt es diese Kommunikation zwischen Kindergarten und Volksschule. „Darauf aufbauend kann man auf jedes einzelne Kind individuell eingehen“, betont die Inspektorin.

Als Erstes versuche ich, das Vertrauen der Kinder zu gewinnen.

Erich Konzett

Volksschule in Vorarlberg

2013/2014: 4471 Erstklässler für voraussichtlich 926 Klassen angemeldet

2012/2013: 4737 Schüler in 926 Klassen

2011/2012: 4779 Schüler in 925 Klassen

2010/2011: 4635 Schüler in 944 Klassen

2009/2010: 4601 Schüler in 943 Klassen

Lesen Sie morgen in den VN:
Gut gerüstet in die Schule