Zwei weiße Fahnen für die Wälder Schule

Sowohl in der “HLT-Mini-Klasse” als auch in der HAK schafften alle die Reifeprüfung.
Bezau, Schetteregg Mit einem denkwürdigen Valet beendeten 22 Schülerinnen und neun Schüler ihre fünfjährige Ausbildung in HAK und HLT an den Bezauer Wirtschaftsschulen und bekamen traditionell im Schetteregger Hof ihre Reifezeugnisse, mit denen sie einen neuen Lebensabschnitt – im Berufsleben oder im Studium – antreten werden. Einer von ihnen – Vorzugsmaturant Finn Kuntzer – hatte es damit so eilig, dass er am Valet gar nicht teilnehmen konnte, weil er zu einem Vorstellungstermin ins Ausland gereist war.

Jubiläum und Premiere
Bei der Zeugnisverleihung wies Direktor Mario Hammerer stolz darauf hin, dass es für ihn das zehnte Valet als Schulleiter sei und dass er zu seinem Jubiläum mit beiden Klassen eine weiße Fahne hissen dürfe – als Symbol dafür, dass alle Kandidatinnen und Kandidaten die Reifeprüfung bestanden haben. Und nicht nur das: Neben den Pflichtfächern wurden zusätzliche Ausbildungen abgeschlossen – etwa in den Fremdsprachen Italienisch, Spanisch und Chinesisch sowie Cambridge–Zertifikate, aber auch das FIRI-Zertifikat, das fast alle erworben haben.

Weniger erfreulich der zweite besondere Anlass: Erstmals feierten die beiden Klassen ein gemeinsames Valet – Grund für diese Premiere waren die Nachwirkungen von Corona: “Als die heutigen Maturanten 2021 ihre Ausbildung begannen, haben sich viele für eine andere Schule entschieden, weil damals in der ganzen Corona-Ungewissheit niemand sagen konnte, ob der Lehrplan mit 32 Praktika-Wochen und Auslandsaufenthalten überhaupt möglich sein würde. Die Folge: Heute bekommen nur ein Absolvent und zehn Absolventinnen aus der kleinsten Abschlussklasse in der Geschichte unserer Schule ihre Zeugnisse”, so Hammerer, der ergänzte, dass die Leistungen dieser elf umso höher einzuschätzen seien. Im Vergleich dazu zählte die HLT-Abschlussklasse des vergangenen Jahres 28 Schülerinnen und Schüler.

Besondere Herausforderung
Es war, so Hammerer, aber nicht nur die Tourismus-Klasse beeinträchtigt, auch für die HAK gab es besondere Herausforderungen, die in beispielhafter Zusammenarbeit von Schülerinnen und Schülern, dem Lehrerteam, den Eltern und dem SGA sowie dem Kuratorium gemeistert wurden. Corona habe zweifellos auch dazu beigetragen, dass von den 30 Schülerinnen und Schülern, die ihre Ausbildung 2021 begonnen haben, ein Drittel ausgestiegen ist.

Dass es nicht nur zwei weiße Fahnen gab, sondern auch acht ausgezeichnete und neun gute Erfolge erreicht wurden, bekomme im Lichte der schwierigen Situation besonderes Gewicht.

Eine verschworene Gemeinschaft
Möglich sei dies wohl auch deshalb geworden, so HAK-Klassenvorstand Alexandra Dür, weil ihre Klasse vom ersten Tag an zu einer verschworenen Gemeinschaft zusammengewachsen sei und man einander unterstützt und motiviert habe. Sie ließ die Highlights aus fünf Jahren noch einmal Revue passieren und offenbarte in launischen Kurz-Steckbriefen, wie sie ihre Schülerinnen und Schüler in Erinnerung behalten werde.

Kürzer fiel das Statement von HLT-Klassenvorstand Claudia Leiherer-Igerz aus, die ihre Klasse erst im “Finale” übernommen hat und dabei die Arbeit ihrer Vorgängerin Elena Dalmonek, die im Vorjahr ausschied, abschließen durfte.

“Seid mutig”
Während Alexandra Dür ihre Schülerinnen und Schüler mit einem originellen Glücksbringer verabschiedete, bemühte Direktor Hammerer in seinem Schlusswort Viktor Hugo: “Die Zukunft hat viele Namen: Für Schwache ist das Unerreichbare, für die Furchtsamen das Unbekannte, für die Mutigen die Chance.” Und folgerte daraus: “Seid mutig!” STP









