Einmal Biotonne durchspülen, bitte!

Vorarlberg / 06.03.2019 • 18:30 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Mit den neuen Sammelfahrzeugen können zwei Tonnen gleichzeitig gespült werden. ger
Mit den neuen Sammelfahrzeugen können zwei Tonnen gleichzeitig gespült werden. ger

Ab nächster Woche sind in 37 Vorarlberger Gemeinden Sammelfahrzeuge mit Waschanlage im Einsatz.

Geraldine Reiner

Schwarzach Bislang war es so, dass die Mitarbeiter der Müllsammelunternehmen nach dem Entleeren Plastiksäcke in die Biotonnen steckten, um sie vor Schmutz zu schützen. Diese Vorgehensweise soll allerdings bald der Vergangenheit angehören. Ab nächster Woche sind in Vorarlberg Sammelfahrzeuge mit Waschanlage unterwegs. Die neue Technik kommt in jenen 37 Gemeinden zum Einsatz, in denen die Firmen Loacker und Branner den Bioabfall einsammeln. Der Plastiksack ist nur noch bei Temperaturen unter fünf Grad plus vorgesehen.

„Unser Ziel ist es, dass wir den Kunststoff aus dem Bioabfall rausbekommen. Das Problem ist, dass der Kunststoff in der Bioabfallanlage aussortiert werden muss, es gibt Störstoffe und sollte man einen kleinen Fetzen einmal nicht erwischen, gibt es irgendwann Mikroplastik und das möchten wir vermeiden“, erläutert Rainer Siegele, Obmann des Vorarlberger Umweltverbands und Bürgermeister von Mäder, bei der Präsentation am Mittwoch in Schwarzach.

Bei Bedarf können die Mitarbeiter (in Bild Georg Stöckler) händisch mit einem Hochdruckreiniger nachhelfen. ger
Bei Bedarf können die Mitarbeiter (in Bild Georg Stöckler) händisch mit einem Hochdruckreiniger nachhelfen. ger

Laut Umweltverband werden in Vorarlberg rund 17.200 Tonnen Bioabfall pro Jahr von den Haushalten eingesammelt. In den 37 Gemeinden, in denen die braunen Tonnen bald mit der Waschanlage ausgespült werden, seien bislang jährlich über 110.000 Plastiksäcke zusammengekommen. „Selbst wenn die Waschung im Winter nicht möglich ist, lassen sich über 70.000 Säcke oder rund neun Tonnen Plastik pro Jahr einsparen“, sagt Siegele. Parallel dazu werden biologisch abbaubare Säcke aus nachwachsenden Rohstoffen geprüft.

Drei neue Fahrzeuge

Loacker Recycling hat sich unlängst zwei neue Müllautos mit Waschanlage angeschafft, die Firma Banner ist ab nächster Woche mit einem solchen Fahrzeug auf Tour. „Ab 5 Grad plus sind wir im reinigungsmöglichen Modus“, führt Loacker-Fuhrparkleiter Markus Gerstl aus. Vorgesehen sei, dass die Biomülltonnen zwischen März und Oktober einmal im Monat durchgespült werden. Auf Wunsch und gegen Aufzahlung können auch zusätzliche Reinigungstermine gebucht werden. „Das läuft vollautomatisiert. Die Tonnen sind auf der Seite mit Chips versehen. Anhand derer weiß das Fahrzeuge, wann es wo reinigen muss“, sagt Gerstl. Ein Reinigungsvorgang dauert zwischen sieben und zehn Sekunden. Zum Einsatz kommt laut dem Fuhrparkleiter reines Frischwasser, das mit 100 bar aus den Düsen schießt. Bei hartnäckigem Schmutz können die Mitarbeiter händisch mit einem am Fahrzeug angebrachten Hochdruckreiniger nachhelfen.

Der Umweltverband und die Gemeinden erhoffen sich von der neuen Technik nicht nur weniger Plastiksäcke im Biomüll. „Wir gehen auch davon aus, dass jetzt ein Run auf die Biotonnen stattfinden wird“, betont der Schwarzacher Bürgermeister Manfred Flatz. 

Aus diesen Düsen schießt das Frischwasser mit einem Druck von 100 bar. Für die Deckelwäsche gibt es eigene Düsen. ger
Aus diesen Düsen schießt das Frischwasser mit einem Druck von 100 bar. Für die Deckelwäsche gibt es eigene Düsen. ger
 Manfred Flatz, Markus Gerstl und Rainer Siegele präsentierten am Mittwoch die Waschanlage für die Biomülltonnen. Umweltverband

Manfred Flatz, Markus Gerstl und Rainer Siegele präsentierten am Mittwoch die Waschanlage für die Biomülltonnen. Umweltverband