Neuer Cityjet in Vorarlberg angekommen

Vorarlberg / 12.03.2019 • 06:30 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
LR Johannes Rauch, Gerhard Mayer (ÖBB), GF Christian Diewald (Bombardier) und GF Christian Hillbrand (VVV) empfingen die neue Zuggarnitur in Langen. VN/Hartinger
LR Johannes Rauch, Gerhard Mayer (ÖBB), GF Christian Diewald (Bombardier) und GF Christian Hillbrand (VVV) empfingen die neue Zuggarnitur in Langen. VN/Hartinger

Neue Zuggarnitur zu Testzwecken erstmals im Land unterwegs.

LANGEN Er ist da. Zwar mit etwas Verspätung und nicht allzu lange, aber er ist da. Der neue ÖBB Cityjet Talent 3 rollte gestern Vormittag erstmals über Vorarlberger Gleise. Mit rund einer halben Stunde Verspätung traf das neue Aushängeschild des öffentlichen Nahverkehrs in Vorarlberg bei dichtem Schneegestöber um kurz vor 12 Uhr am Bahnhof in Langen ein.

Vor mehr als zwei Jahren hat sich der kanadische Zughersteller Bombardier bei einer europaweiten Ausschreibung als Bestbieter durchgesetzt. Im Dezember 2016 erfolgte die Bestellung. Nun also ist der erste von insgesamt 21 neuen Regionalzügen, die den seit 2005 in Vorarlberg verkehrenden Talent 1 im Laufe des Jahres ersetzten werden, erstmalig im Land unterwegs.

In Empfang genommen wurde der Zug, der zu den modernsten Regionalzügen der Welt zählt, von Mobilitäts-Landesrat Johannes Rauch, ÖBB-Regionalmanager Gerhard Mayer, Verkehrsverbund-Geschäftsführer Christian Hillbrand sowie Bombardier-Austria-Geschäftsführer Christian Diewald.

Landesrat Rauch sprach von einer neuen Qualität für den öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) in Vorarlberg. „Wir wollen in Vorarlberg den besten öffentlichen Verkehr außerhalb der Großstadt Wien bieten. Heute haben wir einen weiteren Schritt auf dem Weg zu diesem Ziel gemacht. Der ÖPNV in Vorarlberg boomt. Diese Züge werden dazu beitragen unsere Kapazitätsprobleme zu lösen“, so Rauch.

Mit 104,5 Metern ist der neue Talent 3 der längste Elektrotriebzug den die ÖBB künftig im Nah- und Regionalverkehr einsetzen. Er beschleunigt in etwas über 28 Sekunden von 0 auf 100 km/h und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h. Die barrierefreien sechsteiligen Garnituren verfügen über rund 300 Sitzplätze – um die Hälfte mehr als das Vorgängermodell Talent 1.

Einige Zulassungen erforderlich

Der mit etlichen Messgeräten ausgestattete Neuankömmling wird vorerst zwei Tage lang auf Vorarlbergs Gleisen unterwegs sein und Daten erheben. Parallel dazu sind neun weitere Züge aktuell im Testbetrieb im Einsatz, vier davon in Österreich, wie Christian Diewald gegenüber den VN angibt. „Bis Ende März sollen die Tests abgeschlossen sein“, informiert Diewald. Danach ist die Arbeit aber noch nicht abgeschlossen. Da die neuen Züge in Österreich, Deutschland und der Schweiz verkehren werden, müssen in allen Ländern die notwendigen Zulassungen erwirkt werden. „Wir sind froh, dass der erste Zug im Land ist. Es liegt jetzt noch viel Arbeit vor uns. Wir sind zuversichtlich, dass wir alles fristgerecht schaffen“, so Gerhard Mayer seitens der ÖBB.

Die Kosten für die 21 neuen Zuggarnituren belaufen sich auf 150 Millionen Euro. Es ist dies die größte Investition, die in Vorarlberg je in den öffentlichen Verkehr getätigt wurde.