Wie Bestrahlungen eine Krebserkrankung beeinflussen können

Vorarlberg / 17.03.2019 • 14:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

Vortragsreihe MedKonkret zeigt Möglichkeiten der Behandlung auf.

Feldkirch Rund die Hälfte aller Krebspatienten benötigt im Verlauf ihrer Krankheit eine Bestrahlung. Diese Therapie wird in der Regel interdisziplinär geplant. Das heißt, Ärzte verschiedener Fachgebiete beurteilen die Ausgangslage und schlagen die für die jeweilige Situation bestmögliche Behandlung vor. Primar Alexander De Vries, Leiter der Strahlentherapie im Landeskrankenhaus Feldkirch, erklärt im Rahmen von MedKonkret die Voraussetzungen, den Ablauf und welche Möglichkeiten neben der Bestrahlung für Krebspatienten noch angeboten werden. Die Veranstaltung findet am kommenden Dienstag, 19. März 2019, ab 19 Uhr im Panoramasaal des LKH Feldkirch statt. Im Vorfeld bietet die Firma Neuroth wieder kostenlose Hörtests an.

Zerlegt und abgeräumt

Eine der Hauptwirkungen der Strahlentherapie besteht in der Störung oder Hemmung der Zellteilung. „Können sich die Krebszellen nicht mehr teilen, stirbt der Tumor ab“, erklärt Primar Alexander De Vries. Jedes Gewebe hat jedoch ein Reparatursystem, um Strahlenschäden entgegenzuwirken. Das Reparatursystem der Krebszellen funktioniert aber meist schlechter, als das gesunder Zellen. So nimmt die schädigende Wirkung der Strahlung mehr Einfluss auf den Tumor denn auf die umgebenden gesunden Organe. Auf diese Art können Tumoren oder vereinzelte Krebszellen durch die Bestrahlung soweit geschädigt bzw. zerstört werden, dass ein erneutes Wachstum und damit oft die Streuung von Tumorzellen in andere Organe verhindert wird. Nach erfolgreicher Bestrahlung werden abgestorbene Tumorzellen von körpereigenen Immunzellen zerlegt und abgeräumt. Die genaue Strahlendosis plant der behandelnde Radioonkologe auf Basis der ihm vorliegenden Untersuchungsergebnisse. Für jeden Patienten wird ein eigener Strahlenbehandlungsplan erstellt“, betont der Experte.

Um eine optimale Bestrahlungstechnik zu ermöglichen, ist es meist notwendig, zuerst eine Computertomografie (CT) des zu bestrahlenden Körperabschnittes in Bestrahlungsposition durchzuführen. Um die korrekte Übertragung des Bestrahlungsplanes auf den Patienten zu ermöglichen, wird am CT ein „Referenzpunkt“ am Körper festgelegt, auf den sich dann die weitere Planung bezieht. Dieser Punkt wird auf der Haut markiert. Je nach Art der Erkrankung können unter­schiedliche Bestrahlungs-Stundenpläne notwendig sein. Üblicherweise wird fünf­mal pro Woche bestrahlt. „Es gibt allerdings auch Erkran­kungen, bei denen es sinnvoll ist, zweimal täglich zu bestrahlen“, ergänzt De Vries.

Unterstützende Maßnahmen

Im Verlauf der Behandlung werden die Patienten von einem Arzt betreut. Nach der letzten Bestrahlung erfolgen eine Abschlussuntersuchung sowie ein ausführliches Gespräch. Dabei werden erforderliche Verhaltensmaßnahmen werden besprochen. Meist wird ein kurzfristiger Termin zu einer Kontrolluntersuchung vereinbart, da sich Strahlenreaktionen nicht selten in den Tagen nach Behand­lungsende noch etwas verstärken können. Zusätzlich gibt es unterstützende Maßnahmen, wie Ernährung, Musiktherapie, Sport und psychoonkologische Betreuung.

Medkonkret

Radioonkologie Bedeutung in der Krebsbehandlung

Referent Primar Alexander De Vries, LKH Feldkirch

Termin Dienstag, 19. März 2019, Panoramasaal LKH Feldkirch

Beginn 19 Uhr, Einlass ab 18 Uhr, Eintritt frei, ebenso das Parken in der LKH Tiefgarage