Erfolgreicher Kampf gegen Spielhöllen

Vorarlberg / 19.03.2019 • 21:01 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Beschlagnahmte Glücksspielautomaten in einer Halle in Lauterach. Die Task Forces waren überall hochaktiv und erfolgreich.VN/Paulitsch
Beschlagnahmte Glücksspielautomaten in einer Halle in Lauterach. Die Task Forces waren überall hochaktiv und erfolgreich.VN/Paulitsch

Das massive Vorgehen der Behörden hat Wirkung gezeigt. Trotzdem ist Wachsamkeit angesagt.

BREGENZ Lärmbelästigungen in der Nacht, Verschmutzungen, Begleitkriminalität, zerstörte Existenzen: Das sind die Hauptzutaten von illegalem Glückspiel bzw. Wetten. In Vorarlberg schossen die Spielhöllen jahrelang mitten in Wohngebieten wie Pilze aus dem Boden. Bis, ja bis Kommunen, Behörden und Politik einschritten.

Starke Task Forces

Viel ist passiert in den vergangenen beiden Jahren, und die Schläge gegen die unheilvollen Umtriebe zeigten Wirkung. „Wir haben große Erfolge zu verzeichnen. Dafür bin ich sehr dankbar“, fällt Christian Gantners (38) Erstresümee aus. Der Sicherheitslandesrat ist überzeugt: „Vorarlberg war im Kampf gegen das illegale Glücksspiel ein Pionier für ganz Österreich. Bezirkshauptmannschaften, örtliche Polizeiinspektionen, Kommunen, Finanzpolizei und Politik bildeten eine starke Task Force in allen Teilen des Landes. Mit konzertierten Aktionen ging es gegen die Betreiber los. Die Folge: Viele der früher bis zu 100 Spielhöllen wurden geschlossen, es hagelte Anzeigen, Beschlagnahmungen und saftige Strafen.

Arnold Brunner, Polizeijurist BH Bludenz: „Mir sind für den Bezirk Bludenz keine Hinweise auf illegale Glücksspiellokale bekannt.“
Arnold Brunner, Polizeijurist BH Bludenz: „Mir sind für den Bezirk Bludenz keine Hinweise auf illegale Glücksspiellokale bekannt.“

Zum Paradebezirk im Kampf gegen das illegale Glücksspiel wurde Bludenz. „Ende 2016, Anfang 2017 verzeichneten wir noch zwölf illegale Spielbuden. Sieben von diesen haben wir zugesperrt, die anderen haben das selbst getan. Mir sind derzeit keine Hinweise auf illegale Glücksspiellokale im Bezirk bekannt“, freut sich Polizeijurist Arnold Brunner. Freilich müsse man stets auf der Hut sein. Nach dem Motto: Das Böse schläft nie und sucht sich immer wieder neue Wege. „Aber auch wenn sich illegale Spielaktivitäten zum Teil natürlich ins Internet verlagert haben: Ein Ersatz für diese Standorte, für die Atmosphäre dort und die Möglichkeit, Gewinne gleich einzukassieren, sind diese Alternativen nicht.“

Schärferes Glücksspielgesetz

Ganze Arbeit geleistet wurde freilich auch in den anderen Bezirken. Zahlreiche massive Einsätze gegen illegale Spielhöllen gab es zum Beispiel im Bezirk Dornbirn. Dort gab es besonders viele Standorte. Koordiniert von der Bezirkshauptmannschaft, rückten die Mitglieder der Task Force den Betreibern mit effektiven Razzien zu Leibe. Zahlreiche Schließungen waren die Folge.

Erfolgreich agierten die Einsatzgruppen auch in den Bezirken Bregenz und Feldkirch. Die Aktivitäten der Betreiber illegaler Glücksspiel- und Wettlokale haben insgesamt deutlich nachgelassen. „Aber uns ist natürlich auch eines klar: Lassen wir in unseren Bemühungen nach, stellen sich die Betreiber wieder neu auf“, weiß Landesrat Gantner.

Das weiß auch der höchste Sicherheitsbeamte der Abteilung 1a im Land, Gernot Längle. Er warnt vor allem vor denen, die übrig geblieben sind. „Diejenigen, die noch da sind, weisen eine mafiöse Struktur mit Aktivitäten auch in anderen kriminellen Bereichen auf. Die Methoden des illegalen Glücksspiels haben sich zudem verändert. “ Vom Bund fordert Längle, dass dieser das Glücksspielgesetz so nachschärft, „dass wir noch effektiver vorgehen können“. Unter anderem geht es dabei um die Möglichkeit sofortiger Betriebsschließungen bei Vorliegen von Hinweisen über Verstöße. Aber auch um die Umkehr der Beweislast, sofern die Ermittler über Indizien im Zusammenhang mit illegalen Aktivitäten verfügen.

Betriebsschließung eines Spiellokals in Lustenau.

Betriebsschließung eines Spiellokals in Lustenau.

Zahlen und Fakten zu 2018

Glücksspiel 10 Beschlagnahmeverfahren eingeleitet, 25 Glückspielgeräte beschlagnahmt, 16 Einzehungsverfahren eingeleitet, 14 Betriebsschließungen, 32 Betriebsschließungen angedroht, 32 Verwaltungsstrafverfahren eingeleitet; verhängter Gesamtstrafbetrag: 91.000 Euro

Wetten 1 Beschlagnahmeverfahren eingeleitet, 1 Wettterminal beschlagnahmt, 1 einziehungsverfahren durchgeführt, 20 Verwaltungsstrafverfahreneingeleitet; verhängter Gesamtstrafbetrag: 11.700 Euro