Wald: Was er kostet und wie sich die Preise entwickelt haben

Vorarlberg / 26.03.2019 • 17:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Walter Amann, Obmann Vorarlberger Waldverein, erklärt, warum Preise für Waldgrundstücke kaum gestiegen sind. VN/Hartinger, Waldverein

Geringe Nachfrage und sinkender Holzpreis: Wald ist kaum teurer als vor zehn Jahren.

Dornbirn Die Preise für Grund und Boden in Vorarlberg sind in den letzten zehn Jahren dramatisch gestiegen. Für Bauland werden Rekorderlöse erzielt. Ganz anders die Situation bei Waldgrundstücken, wie VN-Recherchen im Grundbuch zeigen. Die Quadratmeterpreise sind seit 2009 praktisch unverändert. Wald ist heute kaum teurer als noch vor zehn Jahren, als in Vorarlberg 218 meist kleinere Waldstücke den Besitzer wechselten. Der damals erzielte durchschnittliche Quadratmeterpreis lag bei 1,73 Euro. Heute sind es mit 2,11 Euro inflationsbereinigt nur unwesentlich mehr. Zurückgegangen ist auch die Zahl der Verkäufe. 2018 wurden lediglich 165 Wälder verkauft. In den ersten drei Monaten des heurigen Jahres waren es 43 Waldgrundstücke zu durchschnittlich 2,04 Euro.

„Es gibt weder eine große Nachfrage noch ein entsprechendes Angebot“, erklärt Walter Amann (47), Obmann des Vorarlberger Waldvereins, einen von mehreren Faktoren, die er als Erklärung für die Preisentwicklung sieht. Waldbesitzer seien eher konservative Menschen, die sich an ihrem Besitz erfreuen. Derzeit mache es zudem wenig Sinn, zu verkaufen.

Holzpreis leicht rückläufig

Amann ist Experte, er bewertet Waldgrundstücke und legt Preise fest. Meist würden in Vorarlberg nur kleine Flächen verkauft. Es gibt mehrere Wertkriterien. Zuletzt habe der Bestandswert die Preisentwicklung gebremst. „Es ist leider so, dass der Holzpreis real nicht gestiegen ist.“ Der Experte spricht von „schleichendem Vermögensschwund“. Die Erlöse seien sogar leicht rückläufig, und das bei steigenden Kosten. Der Bodenpreis, neben dem Holzvorrat ein weiterer wichtiger Faktor, sei in den letzten Jahren praktisch unverändert geblieben.

„Es ist leider so, dass der Holzpreis in den letzten Jahren real nicht gestiegen ist.“

Walter Amann, Obmann Vorarlberger Waldverein

Für Anleger scheint Wald nicht rentabel zu sein. Das könnte sich aber wieder ändern. „Die Immobilie Wald wird wieder an Wert gewinnen“, hofft der Obmann des Vorarlberger Waldvereins. In der öffentlichen Wahrnehmung steige die Bedeutung durch seine wichtigen Funktionen, auch jener als Schutzeinrichtung.

Während der durchschnittliche Quadratmeterpreis für Waldgrundstücke stabil ist, zeigt ein Blick in die Kaufverträge Ausreißer in alle Richtungen. Die Preise bewegen sich von 0,02 Cent bis über zehn Euro. Holzbestand und Bodenbonität spielen eine Rolle, die Erschließung ebenfalls. „Gibt es eine Straße oder brauche ich eine Seilbahn“, nennt Amann wichtige Kriterien. Wald ist also längst nicht Wald.