Pensionisten fordern mehr Hilfe für Pflege in den eigenen vier Wänden

Vorarlberg / 28.03.2019 • 16:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Hubert Lötsch (l.), Manfred Lackner sowie Peter Kostelka und Andreas Wohmuth stellten ihre Forderungen in Sachen Pflege vor. VN/Hagen

Der Pensionistenverband (PVÖ) sieht Nachholbedarf und fordert bessere finanzielle und fachliche Unterstützung für pflegende Angehörige.

Dornbirn Rund 84 Prozent aller Pflegebedürftigen werden von Angehörigen in den eigenen vier Wänden betreut. Grund genug für den Pensionistenverband Österreich (PVÖ), den Pflegenden mehr  fachliche und finanzielle Unterstützung zukommen zu lassen. Über 940.000 Menschen, die in der Pflege engagiert sind, könnten von neuen Regelungen profitieren. Rund drei Viertel der pflegenden Angehörigen sind Frauen, 40 Prozent eigene Kinder und 35 Prozent Ehepartner. Ihr Durchschnittsalter liegt bei knapp über 60 Jahren. Damit sie ihre schwere Aufgabe erfüllen können, muss ihnen die öffentliche Hand mehr als bisher unter die Arme greifen, fordert PVÖ-Präsident Peter Kostelka ein Umdenken bei den Regierenden. Das heißt, dass die entsprechenden Mittel für notwendige Umbauten zur Verfügung gestellt und auch die Pflegenden selbst abgesichert werden. Um Armut zu vermeiden, sollten Zuschüsse für die 24-Stunden-Betreuung ebenso erhöht werden, wie das Pflegegeld auf allen Stufen valorisiert.

Drei Prozent des Bruttolohns

Eine verpflichtende Pflegeversicherung, wie immer wieder ins Spiel gebracht, lehnt Kostelka ab: „Prämien in Höhe von bis zu drei Prozent des Bruttolohns wären für viele Menschen nicht finanzierbar.“ Für den obersten Pensionistenvertreter muss die Finanzierung der Pflege deshalb auch zukünftig Aufgabe der Gesellschaft bleiben. Eines der großen Ziele des PVÖ ist es, die Bevölkerung rechtzeitig und umfassend über die Voraussetzungen für eine menschenwürdige Pflege zu Hause zu informieren. Aus gutem Grund, sagt Generalsekretär Andreas Wohlmuth: „Schon heute ist fast jede österreichische Familien direkt mit der Pflege von Angehörigen konfrontiert.“

Großes Interesse an Informationen

In Vorarlberg steigt das Interesse an fachkundiger Information zu allen Fragen der Pflege ständig an, weiß  PVÖ-Sozialsprecher Manfred Lackner aus eigener Erfahrung, denn bei ihm und auch bei Landespräsident Erich De Gastpari melden sich tagtäglich Leute, die sozusagen von heute auf morgen einen Pflegefall in der Familie haben und um Hilfe bitten. Für sie organisiert der PVÖ Vorarlberg unter anderem Schulungen mit Praktikern. Diese Initiative wird auch von SP-Chef Martin Staudinger unterstützt: „Die pflegenden Angehörigen leisten wertvolle Arbeit. Wir dürfen sie nicht im Regen stehen lassen.“ HA