Die Bahn für den ÖBB-Ausbau ist frei

Vorarlberg / 02.04.2019 • 18:45 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Ab Herbst wollen die ÖBB die knapp 6,5 Kilometer lange Strecke zwischen  Lauterach und Lustenau ausbauen.  Geplant ist auch eine neue Haltestelle  Lauterach-West.  ÖBB
Ab Herbst wollen die ÖBB die knapp 6,5 Kilometer lange Strecke zwischen Lauterach und Lustenau ausbauen. Geplant ist auch eine neue Haltestelle Lauterach-West. ÖBB

Streckenabschnitt Lauterach-Lustenau: Bundesverwaltungsgericht bestätigt Bescheid der Landesregierung.

Geraldine Reiner

Lauterach, Wien Das ging aber schnell. Am Dienstag vor zwei Wochen wurden die Beschwerden zweier Anrainer vor dem Bundesverwaltungsgericht in Wien verhandelt. Nun liegt das Erkenntnis vor. Wie die ÖBB in einer Aussendung mitteilen, wurde der Bescheid für den Ausbau der ÖBB-Strecke Lustenau-Lauterach bestätigt. Der Baubeginn sei für Herbst geplant.

Rückblick: Im Juli 2016 leitete die Vorarlberger Landesregierung eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) ein. Ende September 2017 fand die zweitägige öffentliche Verhandlung statt. Anfang März 2018 wurde das Ausbauprojekt genehmigt. Kurz darauf legten die Anrainer aus Lauterach Beschwerde gegen den Bescheid der Landesregierung ein, der Akt wurde daraufhin an das Bundesverwaltungsgericht in Wien übermittelt.

Durch den Ausbau wird es laut ÖBB auch möglich, den Personenverkehr über die Südschleife von Lustenau nach Dornbirn zu führen.

Vorbereitungen

„Nun liegt die positive Bestätigung des Vorhabens seitens des Bundesverwaltungsgerichts vor. Damit haben die ÖBB Rechtssicherheit und können die Vorbereitungen für den Baustart weiter vorantreiben. Verlaufen die Vergabeverfahren für die Bauleistungen erfolgreich, so ist ein Baubeginn noch im heurigen Herbst möglich“, erläutert Pressesprecher Christoph Gasser-Mair. Erste Maßnahmen sind bereits auf Schiene. Zwei Tage nach der Verhandlung in Wien wurde links und rechts der Gleise mit dem Bau von 24 Ersatzlebensräumen für die geschützten Zauneidechsen begonnen. Die beschwerdeführenden Anrainer behalten sich indes eine außergerichtliche Revision vor. Zum einen ist es für Eberhard Stimpel und seinen Nachbarn nicht nachvollziehbar, wie ein Eisenbahntechnik-Sachverständiger, der ein Drittel seines Jahresumsatzes von den ÖBB beziehe, als nicht befangen erklärt werden könne. „Außerdem ist er immer wieder mit anderen Zugzahlen dahergekommen“, ergänzt Stimpel.

Das Projekt kostet rund 97 Millionen Euro. Unter anderem soll der Streckenabschnitt Hard-Lauterach zweigleisig ausgebaut, eine neue Haltestelle Lauterach-West errichtet und die Haltestelle Hard-Fußach umgebaut werden. Dadurch wird es laut ÖBB auch möglich, den Personenverkehr über die Südschleife von Lustenau nach Dornbirn zu führen. Die Fertigstellung ist demnach für Dezember 2021 vorgesehen. Auf der Verbindung St. Margrethen-Lauterach sind in den vergangenen Jahren schon mehrmals die Bagger aufgefahren. Zwischen 2010 und 2013 wurden die Rheinbrücke und der Hochwasserschutz erneuert. Im Sommer 2015 konnte der Umbau der Haltestelle Lauterach abgeschlossen werden. Seit Februar 2016 wird der Bahnhof Lustenau auf Vordermann gebracht. „Die anderen Anrainer sind sich nicht bewusst, was auf sie zukommt. Während der Bauphase entsteht Tag und Nacht eine Belastung von 91 bis 96 Dezibel. Es ist traurig, dass man von Gemeinde und Land so im Stich gelassen wird“, zieht Stimpel ein ernüchterndes Fazit.