ÖGB-Chef Norbert Loacker geht der SPÖ fremd

Vorarlberg / 15.04.2019 • 15:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Vorarlberger Gewerkschaftschef geht mit seiner Partei hart ins Gericht. VN/Paulitsch

Norbert Loacker scheint im Unterstützungskomitee von Werner Kogler auf. Er begründet das mit der aktuellen Lage der SPÖ.

Schwarzach Seit den 70er-Jahren sei er SPÖ-Mitglied. Damals, als Bruno Kreisky SPÖ-Chef und Bundeskanzler war. Er bleibe auch bei der SPÖ, betont Norbert Loacker, Vorarlberger ÖGB-Landesvorsitzender und Mitglied der Fraktion Sozialdemokratischer Gewerkschafter (FSG). Bei der Europawahl kehrt er den Roten aber den Rücken. Am Montag präsentierte sich das Unterstützungskomitee des Grünen-Spitzenkandidaten Werner Kogler in Wien. Mit dabei: ÖGB-Chef Loacker. „Ja, das ist korrekt“, bestätigt er. Die FSG wirft sich indes für die SPÖ ins Rennen.

Er begründet diesen Schritt unter anderem mit Evelyn Regner. „Das ist eine Top-Kandidatin und eine starke Gewerkschafterin. Ihr wurde aber Andreas Schieder vorgesetzt.“ 20 Jahre lang habe die SPÖ bei Europawahlen Quereinsteiger an die Spitze gesetzt, poltert er. Nun zwar nicht, dafür aber ein Parteisoldat. Er sei mit dem Zustand der österreichischen Sozialdemokratie allgemein nicht zufrieden. „Das hat nichts mit der Vorsitzenden zu tun, aber mit einem Doskozil möchte ich nichts zu tun haben“, fährt Loacker fort. Und da er nun gefragt wurde, ob er Werner Kogler unterstütze, habe er sich gedacht, er mache es wie bei Alexander Van der Bellen. Mit seiner Partei geht er hart ins Gericht: „Die zweite Riege sollte sich einmal über den Umgang mit erfolgreichen Persönlichkeiten klar werden. Sie haben immer noch nicht realisiert, was sie bei Christian Kern getan haben.“ Dazu zähle auch Andreas Schieder.

Unter den Unterstützern finden sich auch Ex-Volksanwältin Terezija Stoisits und der Kabarettist Leo Lukas. Sie seien dabei, weil Kogler ein absolut integrer, geradliniger Politiker sei, der Österreich mit starker Stimme im EU-Parlament vertreten werde. Auch ein Vertreter der Klimaschutz-Aktivisten findet sich. Sven Holuj, derzeit Zivildiener beim Samariterbund, setzt auf Kogler als laute Stimme im Kampf gegen die Klimakatastrophe.

Fast gleichzeitig mit dem Unterstützerkomitee ließ FSG-Vorarlberg-Vorsitzender Werner Posch per Aussendung wissen: „Die SPÖ-Spitzenkandidaten Andreas Schieder und Evelyn Regner haben im Kampf für ein soziales Europa unsere volle Unterstützung.“ Vizechefin Manuela Auer ergänzt: „Die Vorarlberger SPÖ stellt mit Nathaniel Heinritz aus Feldkirch und Patricia Zangerl aus Hohenweiler zwei engagierte und kompetente Kämpfer für die Interessen der Arbeitnehmer.

Für Loacker bleibt der Ausflug zu den Grünen eine Ausnahme. Er selbst werde weiterhin SPÖ-Mitglied bleiben. Auch bei der Landtagswahl sei klar, für wen er kämpfe: „Da werde ich natürlich Manuela Auer unterstützen.“ Er sei eben in erster Linie Gewerkschafter.