Polizei in Vorarlberg erwischt im Schnitt täglich neun Handysünder

Vorarlberg / 10.05.2019 • 17:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Österreichs Autofahrer führen laut einer Erhebung insgesamt täglich Hunderttausende Telefonate am Steuer. VN/HB

Verkehrsclub warnt: Reaktion beim Telefonieren am Steuer so schlecht wie mit 0,8 Promille

Schwarzach Im Vorjahr wurden in Vorarlberg 3501 Lenkerinnen und Lenker mit Handy am Steuer erwischt, um rund 550 mehr als im Jahr 2017. Das waren im Schnitt täglich neun Personen. Wer mit dem Handy am Ohr telefoniert, reagiert so schlecht wie ein Alkolenker mit 0,8 Promille, macht der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) deutlich. Wer während des Lenkens ein SMS oder E-Mail schreibt, ist bis zu zwei Sekunden im Blindflug unterwegs, das Unfallrisiko steigt auf das 23-Fache.

Die konkreten Folgen verdeutlicht der VCÖ mit einem Beispiel: Läuft ein Kind 25 Meter vor einem Pkw, der 50 km/h fährt, auf die Straße, kann ein aufmerksamer Lenker sein Auto gerade noch vor dem Kind zum Stillstand bringen. Ein Autofahrer, der eine um halbe Sekunde verzögert reagiert, fährt das Kind mit einer Geschwindigkeit von rund 35 km/h nieder, was zu schwersten oder gar tödlichen Verletzungen führen kann. Wer beim Autofahren am Handy tippt oder im Internet surft, ist bis zu zwei Sekunden im Blindflug unterwegs.

Strafhöhe 50 Euro

Mit 50 Euro steht die Strafhöhe in Österreich in keinem Verhältnis zum Gefährdungspotenzial durch das Handy am Steuer. Andere Staaten in Europa ahnden Handyvergehen rigoroser und schützen damit stärker die Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer vor der Gefährdung durch telefonierende Lenker. In Italien beträgt die Mindeststrafe 165 Euro, in Spanien und Dänemark ist sie mit 200 Euro viermal so hoch wie in Österreich und in den Niederlanden mit 240 Euro fast fünfmal so hoch. In Vorarlberg wurden übrigens im Vorjahr mehr als doppelt so viele Handyvergehen geahndet wie Alkohol am Steuer (1552). Österreichweit wurden 115.470 Handylenker von der Exekutive erwischt, das ist aber nur ein Bruchteil der tatsächlichen Vergehen. Laut Erhebung des Kuratoriums für Verkehrssicherheit führen Österreichs Autofahrer täglich insgesamt mehrere Hunderttausend Telefonate ohne Freisprecheinrichtung.