„Alles tun, um Kinder zum Lesen bringen“ – davon ist Buch-am-Bach-Initiator Ludwig Hotz überzeugt

Vorarlberg / 11.05.2019 • 17:00 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
Ludwig Hotz ist Initiator der VN-Kinder- und Jugendbuchmesse Buch am Bach. VN/STEURER

Ludwig Hotz ist Initiator der VN-Kinder- und Jugendbuchmesse Buch am Bach, die vom 25. bis 27. Juni über die Bühne geht.

Mäder „Wir müssen alles tun, um Kinder zum Lesen zu bringen.“ Wenn Ludwig Hotz das sagt, sind es keine leeren Worte. Der Direktor der Öko-Mittelschule Mäder und Leiter der Schulbibliothek ist der hellste Stern am Vorarlberger Lesehimmel. Schon vor vielen Jahren hat sich der Pädagoge zum Ziel gesetzt, in Sachen Leseförderung etwas zu bewegen. Das tut er seitdem auch. Er startete das Onlineleseprojekt Selektissima, bei dem ausschließlich Kinder und Jugendliche das Sagen haben, lud zum Lesefrühstück ein und fungierte als Initiator der VN-Kinder- und Jugendbuchmesse Buch am Bach, die heuer bereits zum achten Mal über die Bühne geht, und zwar von Dienstag, 25., bis Donnerstag, 27. Juni.

Eine Idee ist geboren

„Ich wollte eigentlich nur über eine Medienpartnerschaft für das Selektissima-Leseprojekt sprechen“, erinnert sich der 64-Jährige zurück. Doch weil er zuvor gerade die Kinder- und Jugendbuchmesse Lesetopia in Wels besucht hatte, sprühte er vor Begeisterung und spann im Gespräch die Idee, so etwas auch für Vorarlberg auf die Beine zu stellen. Es dauerte nur wenige Tage, bis Hotz‘ Telefon klingelte. Es meldeten sich die Vorarlberger Nachrichten mit der freudigen Botschaft: 2012 wird die erste Buch am Bach stattfinden.

Leseguides

Seit damals ist Hotz Mitglied des Organisationsteams, denn keiner ist näher an den Schülern dran und weiß, was bei ihnen in Sachen Büchern hoch im Kurs steht. Noch mehr freut er sich über das Projekt Leseguides mit denen er jedes Jahr auf Vorarlbergs größtem Lesefestival vertreten ist. Mehrere Mädchen und ein Bursche im Alter von zehn bis 14 Jahren wählen Bilderbücher aus, und erwecken sie durch interaktives Vorlesen zum Leben.  „Das kommt gut an und meine Schüler sind mit Begeisterung dabei“, erzählt Hotz und hofft, dass die Guides als Multiplikatoren fungieren, die Lust auf Lesen wecken.

Keine Förderung

Leider sind die Rahmenbedingungen nicht überall so toll wie an der Öko-Mittelschule Mäder. Mit gut 10.000 Büchern ist die Schulbibliothek reich bestückt und immer auf dem aktuellsten Stand. Dafür ist der Direktor seiner Gemeinde dankbar, denn von Seiten des Landes gibt es seit drei bzw. vier Jahren keine Förderung mehr. „Da heißt es, die Schüler sollen die alten Bücher lesen“, ärgert sich Hotz, denn er weiß aus langjähriger Erfahrung, dass Aktualität gerade für Kinder und Jugendliche das Um und Auf ist, um konkurrenzfähig gegenüber den anderen Medien zu bleiben. „Außerdem sind Kinderbücher, mal von den Klassikern abgesehen, selten ein Dauerbrenner“, erklärt der Experte. Warum auch, schließlich kommen rund 9000 neue jährlich auf den Markt. Stattdessen wird derzeit das digitale Programmieren ab der ersten Schulstufe angestrebt …

Landesrätin Barbara Schöbi-Fink sagt auf Anfrage: „Das Land Vorarlberg investiert mit über 760.000 Euro intensiv in die Leseförderung.“ Dabei ist Förderung von öffentlichen Bibliotheken mit insgesamt über 505.300 Euro der größte Budgetposten, gefolgt von der Initiative „Kinder lieben Lesen“ mit 180.000 Euro.

Interaktives Vorlesen

Das ist gut so, denn das Vorlesen hat eine enorme Bedeutung, wenn es darum geht, Kinder an das Lesen und an Bücher heranzuführen. Damit kann man nicht früh genug beginnen, denn der kindliche Leselernprozess beginnt schon lange vor dem schulischen Lesenlernen. „Schon mit dem Bilderbuch entsteht die Lust auf Geschichten, so Hotz, der empfiehlt, beim Vorlesen die Bücher erlebbar zu machen, Fragen zu stellen, vor und zurück zu blättern, ein Plüschtier zu verwenden etc. So wie es die Leseguides auf der VN-Kinder- und Jugendbuchmesse Buch am Bach machen: Nachmachen erwünscht.

Anmeldungen ab 15. Mai möglich

Anmeldungen zu den 160 Veranstaltungen, Lesungen und Aufführungen sind ab dem 15. Mai ab 8 Uhr möglich. Die Veranstaltungen sind gratis für alle. Die Buch am Bach ist auch für Einzelpersonen, Eltern mit Kindern und kleine Gruppen buchbar. Weitere Infos auf www.vn.at/buchambach CRO

Zur Person

Ludwig Hotz

Beruf: Mittelschullehrer, Direktor an der Öko-Mittelschule Mäder, Schulbibliothekar

Geburtstag: 22. November 1954

Wohnort: Götzis

Familie: verheiratet mit Ulli, zwei Töchter

Leidenschaften: Lesen, Reisen, Essen & Wein

Lebensmotto: “Zufriedenheit ist der Schlüssel zum Glück!”

Warum ist lesefrühförderung wichtig?

Leseförderung beginnt im Babyalter. Dabei erfahren Kinder, wie viel Spaß in Bildern und Büchern steckt und werden ein Leben lang Freude am Lesen und Lernen haben. 78 Prozent der Kinder, denen täglich oder mehrmals in der Woche vorgelesen wurde, haben weniger Probleme beim Lesenlernen. Das wurde aktuell in einer Studie ermittelt. Der Grundstein für den Leselernerfolg wird also in der Familie gelegt. Daher spielt die Stärkung der Eltern bei ihren Erziehungs- und Bildungsaufgaben eine wichtige Rolle für eine gelungene frühkindliche Leseförderung.

LandesBudget für die Leseförderung

Gesamtbudget: 760.000 Euro

Öffentliche Bibliotheken: 505.300 Euro

Initiative „Kinder lieben Lesen“: 180.000 Euro

Für Fortbildungen, Maßnahmen der Bewusstseinsbildung, Schulbibliotheken, Lesepaten, Wettbewerbe und Leseaktionen: 60.000 Euro

Leseförderprojekt in Bibliotheken: 10.000 Euro

Lesereisen von Autoren in die Bibliotheken: 12.000 Euro